In Nordrhein-Westfalen steht ein wichtiges Thema auf der politischen Agenda: der Schutz vor digitalem Voyeurismus. Am 10. November 2025 wird der Landtag sich intensiv mit Maßnahmen beschäftigen, die darauf abzielen, solch unerwünschte Übergriffe zu unterbinden. Der Anlass für diese Diskussion ist ein erschreckender Vorfall aus dem Frühjahr, als ein Mann im Kölner Stadtgebiet eine joggende Frau heimlich filmte. Die Konsequenz für die Betroffene war ernüchternd: Laut Polizei war ein solcher Übergriff nicht strafbar, was sie daran hinderte, den Täter anzuzeigen. Die Situation hat die Debatte über die Notwendigkeit von rechtlichen Regelungen neu entfacht.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat bereits Pläne angekündigt, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der voyeuristische Aufnahmen künftig strafrechtlich erfassen soll. Dies sieht auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) als unerlässlich, denn er hebt hervor, dass heimliches Filmen intimer Körperstellen derzeit nicht unter Strafe steht. Der Minister sieht in dieser Lücke im Strafrecht einen dringenden Handlungsbedarf und fordert eine umfassende Reform, um sexuelle Übergriffe ohne körperliche Berührung ebenfalls strafbar zu machen.

Politische Reaktionen und Petition

Das Thema digitaler Voyeurismus wird auch bei der bevorstehenden Justizministerkonferenz eine Rolle spielen. Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen im Landtag beabsichtigen, in einer Aktuellen Stunde über die Erwartungen an den Gesetzentwurf sowie über landespolitische Begleitmaßnahmen zu diskutieren. Im Sommer hat die betroffene Kölnerin zudem eine Petition mit dem Titel „Voyeur-Aufnahmen strafbar machen“ an Minister Limbach übergeben. Ihr Anliegen ist mehr als berechtigt: Frauen sollten sich im öffentlichen Raum genauso frei und sicher bewegen können wie Männer, so Hubig.

Gerade die wachsende Zahl an Vorfällen in den letzten Jahren zeigt, dass drängender Handlungsbedarf besteht. Im Rahmen dieser Diskussion wird auch geprüft, wie der Staat entschlossen gegen sexuelle Belästigung und digitale Übergriffe vorgehen kann. Im Fokus steht dabei, ein praxistauglicher Gesetzentwurf zu entwickeln, der die Sicherheit und Menschenwürde in den digitalen Räumen schützt.

Zukunftssicht

Die politischen Akteure sind sich einig, dass es an der Zeit ist, diese Thematik ernsthaft zu adressieren. Der bevorstehende Gesetzentwurf könnte ein entscheidender Schritt
in Richtung Schutz vor digitalen Übergriffen sein und hoffentlich dazu beitragen, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Während die Debatte voranschreitet, bleibt die Gesellschaft gefordert, wachsam zu bleiben und ein Zeichen gegen jede Form von Übergriffigkeit zu setzen.

Weitere Informationen zu den laufenden Maßnahmen gegen digitalen Voyeurismus können Sie in den Berichten von n-tv und Zeit nachlesen.