Vor 60 Jahren, am 5. Juli 1965, wurde die erste Autobahnbrücke in Leverkusen eingeweiht – ein bedeutendes Ereignis für die Region. Die Brücke, die die Städte Köln und Leverkusen miteinander verband, wurde unter großer Anstrengung errichtet. Mit einer Bauzeit von vier Jahren und Kosten von 91 Millionen D-Mark wurde sie zu einem Symbol der fortschreitenden Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben für den Autobahnausbau sogar auf 167,3 Millionen D-Mark, wie Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Besonders interessant ist, dass die Stadt Leverkusen die Mehrkosten für die Stelze übernahm, die auf besonderen Wunsch der Stadt errichtet wurde. Diese Brücke, die in einem auffälligen „Kölnisch Blau“ gestrichen ist – eine Farbe, die von Bayer stammte – wurde mit einer rutschfesten Beschichtung versehen. Bundesverkehrsminister Seebohm und Kardinal Frings eröffneten die Brücke, wobei Frings Verbindungen zur Region hatte, da er ein Neffe von Carl Duisberg war.

Die Brücke im Detail

Die Konstruktion der Leverkusener Rheinbrücke hat besonders lange gewährt. Sie besteht aus zwei Teilbauwerken: der Strombrücke und der Vorlandbrücke. Seit der Einweihung hat die Brücke einige Herausforderungen erlebt. So traten bereits 1973 Risse in der Fahrbahn auf, und die Beschichtung musste 1977 erneuert werden. Im Jahr 1986 wurde die Brücke für Lkw freigegeben, was nochmals zu zusätzlichen Schäden führte. Diese Entwicklungen trugen zu einem Anstieg der Unfallzahlen auf der A1 bei, über die der „Leverkusener Anzeiger“ im Vorfeld der Eröffnung berichtete.

Anwohner mussten sich zudem über die Lärmbelästigung beschweren, besonders bei nassen Straßen, weshalb erst später Lärmschutzwände nachgerüstet wurden. Die Brücke, die einst mit einer beleuchteten Lampenkette in der Mitte der Fahrbahn ausgestattet war, wurde 2010 von dieser Beleuchtung befreit, was das Bild der Brücke in den letzten Jahren stark veränderte.

Der Rückbau der Brücke

In der aktuellen Entwicklung steht nun der Rückbau der Brücke an, der bis Anfang 2025 abgeschlossen sein soll. Der Rückbau erfolgt in mehreren Phasen und betrifft beide Brückenteile. Die Strombrücke wird schrittweise abgebaut, und bereits jetzt sind 10.000 Tonnen Baustahl für das Recycling vorgesehen, wie die Informationen von a-bei-lev zeigen. Die Vorlandbrücke wird mithilfe von Abbruchbaggern und hydraulischen Meißeln zerkleinert, während beim Abbau der Unterbauten besondere Vorkehrungen getroffen werden.

Um die Umwelt nicht zu belasten, werden alle Schadstoffe, die während des Rückbaus entdeckt werden, sicher entsorgt. Dabei zählt auch das Korrosionsschutzsystem, das spezielle Behandlungsmethoden erfordert. Gleichbedeutend mit diesen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Sicherheit auf dem Baustellenbetrieb zu gewährleisten, wird der Rückbau unter dem Aspekt der Minimierung von Verkehrseinschränkungen durchgeführt, sodass der fließende Verkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, wie trid angibt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Region ist untrennbar mit der Verkehrsinfrastruktur verbunden. Mit dem Rückbau und zukünftigen Neubauten wird nicht nur der Verkehrsfluss optimiert, sondern auch die Grundlage für die nächsten 60 Jahre Verkehrsgeschichte in Leverkusen und Umgebung gelegt.