Am 24. Januar 2026 wird die Begegnung zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen ein besonderes Augenmerk auf sich ziehen, nicht nur wegen des sportlichen Wettkampfes, sondern auch wegen der Fanproblematik, die sich anbahnt. Die Grün-Weisse-Hilfe hat in einem aktuellen Statement deutlich gemacht, dass sie die Bedingungen für die anreisenden Werder-Fans in Leverkusen scharf kritisieren. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Problemen am Einlass, insbesondere für die Fans des SV Werder Bremen.
Beim letzten Gastspiel der Bremer in Leverkusen kam es zu einem stillen Protest: Teile der Fanszene verließen aufgrund der intensiven Sicherheitskontrollen das Stadion. Diese Kontrollen fanden in abgetrennten Räumlichkeiten statt und umfassten sogar unangemessene Durchsuchungen. Die Fanhilfe bemängelt mehrere Punkte, darunter die abgeschotteten Gästeblöcke mit hohen Trennzäunen und die willkürliche Auswahl der zu durchsuchenden Personen. Auch das aggressive Auftreten des Ordnungsdienstes ohne nachvollziehbare Gründe für die Kontrollen sorgt für Unmut. Zudem sind Choreografien und viele kreative Ausdrucksformen im Gästeblock verboten.
Proteste und eine Kultur des Widerstands
Um den Missständen entgegenzuwirken, hat die Werder-Fanszene eine Demo für den 3. Dezember 2026 angekündigt. Anlass ist die Innenministerkonferenz (IMK), die vom 3. bis 5. Dezember in Bremen stattfindet. Die Themen der IMK betreffen Konzepte, die in die Freiheitsrechte der Bürger eingreifen. Die Befürchtungen sind groß, dass nicht nur die aktive Fankultur, sondern auch die allgemeine Fußballinteressiertheit in Gefahr gerät. Geplante Maßnahmen wie personalisierte Tickets, pauschale Stadionverbote und Gesichtserkennung stehen im Fokus der Kritik. Die Fanhilfe ruft dazu auf, ein Zeichen für eine offene, solidarische Gesellschaft und eine lebendige Fankultur zu setzen. Der Treffpunkt für die Protestaktion ist das Weserstadion am 3. Dezember um 18:15 Uhr, gefolgt von einer kurzen Kundgebung und einem gemeinsamen Marsch.
Ein Aufruf zur Solidarität
Die Fanhilfe appelliert an alle anreisenden Werder-Fans, sich den Intensivkontrollen nicht zu beugen und ihr Recht zu nutzen, das Stadion zu verlassen. Die Verantwortlichen von Bayer 04 werden aufgefordert, die umstrittenen Intensivkontrollen sofort einzustellen. Spannungen zwischen den Fanszenen beider Vereine sind keine Seltenheit, und auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Auseinandersetzungen, die durch Spruchbänder und Störungen bei Feierlichkeiten angeheizt wurden.
Insgesamt spiegelt sich in diesen Entwicklungen ein größeres Problem wider: Die zunehmende Restriktion und Kontrolle im Fußball, die nicht nur aktive Fans, sondern alle Fußballinteressierten betrifft. Die Frage bleibt, wie sich die Fankultur und der Fußball im Allgemeinen in Zukunft entwickeln werden. Die anstehenden Proteste könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.