Kaffeegenuss gegen Einsamkeit: Malteser bieten Trost am Zentralfriedhof

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Am Allerheiligentag 2025 boten die Malteser in Münster eine Anlaufstelle gegen Einsamkeit mit Gesprächen und Trost an.

Am Allerheiligentag 2025 boten die Malteser in Münster eine Anlaufstelle gegen Einsamkeit mit Gesprächen und Trost an.
Am Allerheiligentag 2025 boten die Malteser in Münster eine Anlaufstelle gegen Einsamkeit mit Gesprächen und Trost an.

Kaffeegenuss gegen Einsamkeit: Malteser bieten Trost am Zentralfriedhof

Am Allerheiligentag öffneten die Malteser auf dem Zentralfriedhof in Münster ihre Türen für Menschen, die mit Einsamkeit zu kämpfen haben. In einer Einladungsaktion unter dem Motto „Coffee to stay“ wurde den Besuchern die Möglichkeit gegeben, in einem geschützten Rahmen über ihre Gefühle zu sprechen. WDR berichtet, dass das vierköpfige Team um Hendrik Feldhues nicht nur Getränke und Kekse anbot, sondern auch bereit war zuzuhören und persönliche Gespräche zu fördern. Ingrid, eine Teilnehmerin, äußerte sich dankbar über das Angebot, insbesondere nach dem Verlust mehrerer nahestehender Personen.

Die Malteser verteilten zudem Segenssprüche und Kerzen als Zeichen von Trost und Hoffnung. Aufgrund des großen Interesses an dieser Initiative planen die Malteser, die Gespräche zu einem regelmäßigen Bestandteil ihrer Angebote zu machen. Laut Hendrik Feldhues waren viele Besucher bereit, persönliche Geschichten zu teilen, was zeigt, wie nötig solche Initiativen sind.

Einsamkeit in der Gesellschaft

Doch warum sind solche Angebote überhaupt notwendig? In Deutschland zeigt eine Studie des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass circa ein Drittel der Erwachsenen sich teilweise einsam fühlen. Dabei sind gerade die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren während der Pandemie überdurchschnittlich betroffen, deren Einsamkeit 2021 auf 31,8 Prozent anstieg. Wikipedia definiert Einsamkeit als ein subjektives Gefühl, das entsteht, wenn das tatsächliche soziale Netzwerk nicht den persönlichen Wünschen entspricht.

Das Gefühl der Einsamkeit kann bei vielen Menschen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Forschungsstudien zeigen, dass soziale Isolation, besonders im Alter, das Risiko für verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen erhöht. Sie kann das Immunsystem schwächen, kognitive Funktionen beeinträchtigen und sogar das Risiko für frühzeitigen Tod steigern. Diese Herausforderungen wurden besonders während der COVID-19-Pandemie sichtbar.

Gesellschaftlicher Kontext

Die Pandemie hat den gesellschaftlichen Zusammenhalt enorm auf die Probe gestellt. Ein erheblicher Teil der älteren Menschen war von den negativen Folgen sozialer Isolation betroffen. Die Notwendigkeit, diese Themen ernst zu nehmen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, wurde von der deutschen Bundesregierung erkannt. Diese hat Strategien zur Bekämpfung von Einsamkeit in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt.

Selbst wenn Einsamkeit oft als ein Mangel an sozialen Kontakten wahrgenommen wird, können auch positive Aspekte des Alleinseins existieren. Historisch wurde Einsamkeit im Mittelalter als mystische Vereinigung gesehen, und noch im 18. und 19. Jahrhundert erlebte der Begriff eine positive Konnotation. Heute ist er jedoch zu einem drängenden gesellschaftlichen Problem geworden, das durch Individualisierung und den Rückgang traditioneller sozialer Strukturen verschärft wird.

Das Engagement der Malteser in Münster ist ein ermutigendes Beispiel für die Bekämpfung von Einsamkeit. Solche Weltoffenheit und die Schaffung von Räumen für Begegnungen können dazu beitragen, der Einsamkeit entgegenzuwirken und die Lebensqualität der Menschen in der Gesellschaft zu verbessern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ähnliche Initiativen in anderen Städten und Regionen etabliert werden können.