Im Kreis Lippe wird ein wichtiger Aufruf gestartet: Weitere Lotsinnen werden gesucht, die Familien in ihrer Alltagssituation unterstützen können. Diese Initiative ist Teil des landesweiten Programms „Kinderstark – NRW schafft Chancen“, das seit 2021 in Arzt- und Facharztpraxen, Gesundheitszentren und Schulen im Kreis verankert ist. Die Lotsinnen helfen, Anträge zu stellen, Kontakte zu Beratungsstellen herzustellen und bieten Zugang zu „Frühen Hilfen“. Ziel ist es, kleinen Problemen frühzeitig entgegenzuwirken und somit die Belastungen für Familien zu verringern. Durch ihre Arbeit verbessern sie die Lebensqualität der Familien und stärken die Bildungs- und Gesundheitsperspektiven der Kinder. Der Kreis sucht nun engagierte Frauen, die sich ab dem 11. März in einer neuen Schulung auf diese verantwortungsvolle Rolle vorbereiten möchten, berichtet Kreis-Lippe.de.
Warum sind die Lotsinnen so wichtig? In Deutschland lebt fast jedes fünfte Kind in Armut, was gravierende Folgen für deren Teilhabechancen hat. Diese Tatsache verdeutlicht die Notwendigkeit, frühzeitig zu intervenieren und arme Kinder und Jugendliche gezielt zu unterstützen. Eine kommunale Präventionskette, wie sie im Rahmen des Programms „Kinderstark“ etabliert wird, ist ein strategischer Ansatz, der alle relevanten Akteure vor Ort zusammenbringt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit über verschiedene Zuständigkeiten hinweg zu fördern und so eine abgestimmte Vorgehensweise bei der Unterstützung zu entwickeln. Kinderstark.nrw bietet zahlreiche Informationen und Materialien zur Etablierung solcher präventiven Strukturen an.
Die Herausforderungen annehmen
Die Gründe, warum Familien Unterstützung brauchen, sind vielfältig. Die Lotsinnen spielen eine entscheidende Rolle dabei, den Zugang zu notwendigen Ressourcen zu erleichtern. Oft stehen Eltern vor der Herausforderung, den Dschungel der Hilfsangebote zu durchdringen. Die Lotsinnen helfen, den Überblick zu behalten und die passenden Angebote auszuwählen. Zudem ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Gesundheitsdiensten und sozialen Einrichtungen verbessert wird, um eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten, so das Konzept der kommunalen Präventionsketten, das bereits in anderen Städten wie Monheim am Rhein erfolgreich umgesetzt wurde.
Wenn ihr Interesse habt, die Rolle einer Lotsin zu übernehmen und Familien den Rücken zu stärken, könnt ihr euch per E-Mail oder telefonisch bei Margit Monika Hahn melden. Auch Ärztinnen und Ärzte im Kreis Lippe haben die Möglichkeit, eine Lotsin zur Unterstützung anzufordern.
Ein Blick in die Forschungswelt
Die Dringlichkeit solcher Programme wird auch durch die fortlaufende Forschung unterstrichen. Laut der ISS-Frankfurt a. M. sind kommunale leistungserbringende Maßnahmen essenziell, um den negativen Auswirkungen von Kinderarmut entgegenzuwirken. Diese Forschung zeigt, wie wichtig es ist, gemeinschaftlich auf die Herausforderungen zu reagieren und entsprechende Präventionsketten zu etablieren, die den Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen. ISS-Frankfurt betont die Wichtigkeit der institutionellen Zusammenarbeit und partnerschaftlichen Analyse sowie Planung.
Insgesamt zeigen diese Ansätze, dass die Stärkung der Familien und die Bekämpfung von Kinderarmut Hand in Hand gehen müssen. Das Engagement der Lotsinnen im Kreis Lippe ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Leben vieler Kinder und ihrer Familien nachhaltig zu verbessern.