In Lüdenscheid wird die Luft dünn für die Arbeitsplätze von rund 190 Beschäftigten, denn der norwegische Aluminium-Konzern Norsk Hydro plant die Schließung seines Werkes dort im kommenden Jahr. Diese Entscheidung kam für viele wie ein Schlag ins Gesicht, nachdem das Unternehmen im letzten Jahr Millionenbeträge in den Standort investiert hat. Zu den neuen Anlagen gehörten ein modernes Schrottlager sowie eine Einhausung mit Abgasfilter, die zur Verbesserung der Produktionsbedingungen gedacht waren, wie WDR berichtet.
Fabian Ferber, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis, äußert sich klar: „Diese unangemessene Entscheidung soll nicht so einfach durchgewunken werden.“ Seiner Meinung nach wäre ein solcher Schritt in der Regel mit den Gewerkschaften abzusprechen, was hier offenbar nicht geschehen ist. Die IG Metall kündigt Widerstand gegen die Pläne an und fordert eine grundlegende Überprüfung des Vorhabens. Auch eine rechtliche Prüfung der Schließungspläne steht im Raum, da die Belegschaft ohne angemessene Vorwarnung über die bevorstehende Schließung informiert wurde, so come-on.de.
Wettbewerbsfähigkeit und Marktentwicklungen
Die Schließung des Lüdenscheider Werkes ist Teil eines größeren Plans von Norsk Hydro, den fünf europäischen Standorte betroffen sind. Insgesamt drohen 730 Jobs in Gefahr, einschließlich Betrieben in Cheltenham und Bedwas (Vereinigtes Königreich), Feltre (Italien) sowie Drunen (Niederlande). Norsk Hydro begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern – ein Argument, das in der aktuellen Marktsituation nicht unüblich ist.
Die deutsche Aluminiumindustrie steht jedoch vor einer Reihe von Herausforderungen. Hohe Energiekosten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten könnten die Lieferkette beeinträchtigen und die Produktionskosten für Automobilhersteller – ein bedeutsamer Abnehmer von Aluminium – in die Höhe treiben. Dies hat auch Auswirkungen auf entscheidende Branchen wie die Landmaschinen- und Bauindustrie, wo die Auswirkungen steigender Preise und Verfügbarkeit von Aluminium deutlich spürbar werden können. Aluminium gilt als unverzichtbar für Leichtbau-Strategien, die zur Verbesserung der Kraftstoffeffizienz und der Einhaltung von Emissionsvorschriften beitragen, wie teamsworld anschaulich beschreibt.
Der Aufschrei der Belegschaft
Die plötzliche Ankündigung der Schließung hat die Belegschaft in Lüdenscheid überrascht und sorgt für einen enormen Aufschrei in der Region. Viele würden sich fragen, warum ein Unternehmen, das jüngst in den Standort investiert hat, nun ernsthaft an der Schließung eines Werks festhält, das für die lokale Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Der Widerstand von IG Metall zeigt, dass die Arbeitnehmervertretung nicht gewillt ist, diese Entscheidung einfach hinzunehmen.
Mit der drohenden Schließung und der damit verbundenen Arbeitsplatzverluste könnte nicht nur die lokale Gemeinschaft betroffen sein, sondern auch die Aluminiumindustrie insgesamt, wenn dies erfolgsversprechende Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und Innovation behindert. Damit stellt sich die Frage: Wie geht es weiter in der Aluminiumbranche, und kann sich die Region Lüdenscheid von diesem Rückschlag erholen?