In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt spüren viele Berufstätige den Druck, der durch ständig steigende Anforderungen und digitale Tools entsteht. Eine aktuelle Umfrage der KKH Kaufmännischen Krankenkasse zeigt alarmierende Zahlen: 43 % der Befragten fühlen sich häufig und 15 % sogar sehr häufig gestresst. Der Stressreport der Techniker Krankenkasse, veröffentlicht im Mai 2025, deckt auf, dass 58 % der Arbeitnehmer durch Schule, Studium oder Beruf unter Stress leiden. Die Hauptursache dafür? Hohe Ansprüche an sich selbst – 61 % der Angestellten geben genau dies als Auslöser an.
Doch was sind die stressauslösenden Faktoren am Arbeitsplatz? Zeitdruck, zu viele Aufgaben und komplexe Aufträge zählen dazu. Auch soziale Probleme, Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten können das Stresslevel in die Höhe treiben. In den letzten fünf Jahren haben fast vier Fünftel der Beschäftigten in Deutschland zudem Veränderungen der technischen Ausstattung am Arbeitsplatz erlebt. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts hat herausgefunden, dass digitale Technologien – von der ständigen Überwachung bis hin zu ablenkenden Benachrichtigungen – direkt zur Steigerung des Stresses beitragen.
Die Schattenseiten der Digitalisierung
Digitaler Stress ist ein weit verbreitetes Phänomen. Forscher um Henner Gimpel beschreiben in ihrer Studie bei Böckler Impuls, dass eine Vielzahl von Belastungsfaktoren mit digitalen Medien und Technologien verbunden sind. Diese umfassen eine Zunahme von Erschöpfung, Gereiztheit und Schwierigkeiten, von der Arbeit abzuschalten. Es ist kein Wunder, dass viele Beschäftigte unzufrieden sind und ein höheres Risiko für Burnout aufweisen.
Von den meisten digitalen Stressoren sind Leistungsüberwachung und Verletzungen der Privatsphäre die am stärksten ausgeprägten. Tatsächlich zeigen aktuelle Studien einen direkten Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Technologien und erhöhtem Arbeitsstress. Technostress, das Gefühl der Überlastung durch Technologie, führt oft zu einer chronischen Aktivierung des Stresssystems. Dies kann gravierende Folgen für die psychische Gesundheit nach sich ziehen, wie bei NCBI beschrieben wird.
Strategien gegen den Stress
Die gute Nachricht? Es gibt wirksame Strategien, um dem Stress entgegenzuwirken. Die KKH empfiehlt in ihrem Bericht, die eigene Stressreaktion durch Selbstbeobachtung zu identifizieren. Auch Schulungen im Umgang mit digitalen Technologien können dabei helfen, Kompetenzen aufzubauen und die Belastungen zu reduzieren. Regelmäßige Entspannung ist ebenso wichtig – bewusste Erholungsphasen sollten auch bei hohem Zeitdruck eingeplant werden.
Außerdem ist es ratsam, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung, die digitalen Stress berücksichtigt, kann helfen, die Situation am Arbeitsplatz zu verbessern. Praktische Tools, wie die Möglichkeit zur zeitweisen Stummschaltung von Geräten, bieten einen wertvollen Ausgleich zu den permanenten Ablenkungen.
Die Digitalisierung birgt sowohl Risiken als auch Chancen. Während sie den Stress erhöhen kann, ermöglicht sie gleichzeitig eine bessere Organisation der Arbeit und unterstützt die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Anforderungen.Radiolippe zeigt auf, wie eine positive innere Haltung die Anpassungsfähigkeit stärken und dabei helfen kann, Stress besser zu bewältigen.
Die Schaffung eines gesunden Arbeitsumfelds erfordert also ein gutes Händchen; sowohl von den Beschäftigten als auch von den Arbeitgebern. Indem alle gemeinsam Strategien entwickeln, kann der Stress am Arbeitsplatz signifikant gesenkt werden. Was denken Sie – sind Sie bereit, Ihre Stressoren zu identifizieren und gezielt gegenzusteuern?