Was gibt’s Neues im Märkischen Kreis? Kürzlich trafen sich die Schulleitungen der Berufskollegs mit Landrat Ralf Schwarzkopf und Anja Tadday-Schlichting, der Fachdienstleiterin Schulen. Dabei ging es um essentielle Themen wie die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen. Vertreter wie Helga Bendick vom Hönne-Berufskolleg, Matthias Lohmann vom Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid sowie Ulrich Fröndhoff vom Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver waren mit von der Partie. Auch Josef Schulte (Berufskolleg Iserlohn) und Armin Voß (Gertrud-Bäumer-Berufskolleg Lüdenscheid) waren anwesend und brachten ihre Perspektiven ein.

Ein zentrales Thema der Diskussion war die Zukunftsfähigkeit der Berufskollegs. Angesichts der sich rasch verändernden gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurde klar, dass die Bildungseinrichtungen umdenken müssen. Die Modernisierung und Attraktivität der Bildungsangebote dürfen nicht außer Acht gelassen werden, insbesondere im Zusammenspiel mit den regionalen Ausbildungsbedarfen. Die Schulleitungen haben jüngst Beratungstage und „Tag der offenen Tür“ veranstaltet, was bei Schülern und Eltern auf großes Interesse stieß. Schulleiter Schwarzkopf betonte, wie essenziell die Berufskollegs für die Fachkräftesicherung im Märkischen Kreis sind und dass eine moderne, zukunftsorientierte berufliche Bildung notwendig ist, um den Herausforderungen begegnen zu können. Dieser Aspekt wird auch von der bmas.de aufgegriffen, die auf die Notwendigkeit von gut qualifizierten Fachkräften hinweist.

Herausforderungen im Bildungssystem

Wir leben in bewegten Zeiten. Die Bundesrepublik sieht sich diversen Herausforderungen gegenüber, sei es beim Klimaschutz, der Digitalisierung oder dem demografischen Wandel. Zudem ist der Arbeitsmarkt durch das sogenannte Fachkräfteparadox geprägt, bei dem in einigen Bereichen an Arbeitskräften Mangel herrscht, während in anderen zu viele Jobs stehen. Landrat Schwarzkopf und die Schulleitungen erörterten, wie man diese Herausforderungen bewältigen kann, um dem drohenden Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.

Ein ganz entscheidender Punkt ist die neue Fachkräftestrategie der Bundesregierung. Sie wurde am 12. Oktober 2022 beschlossen und umfasst fünf Handlungsfelder: zeitgemäße Ausbildung, gezielte Weiterbildung, Erhöhung der Arbeitskraftpotentiale, Verbesserung der Arbeitsqualität und eine moderne Einwanderungspolitik. Diese Strategie zeigt, wie wichtig es ist, alle Branchen und Regionen im Blick zu haben, um den zukünftigen Bedarf an Fachkräften zu decken.

Digitale Entwicklungen und ihre Auswirkungen

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Rolle der Digitalisierung in der Berufsbildung. Diese verändert nicht nur die Arbeitsprozesse, sondern auch die Anforderungen an die Auszubildenden. Laut dem bibb.de wirken sich diese Veränderungen auf die Kooperationsstrukturen zwischen den beteiligten Akteuren aus. Das Projekt RADigital beispielsweise untersucht, wie verschiedene Akteursgruppen wie Bund, Länder, Arbeitgeber und Gewerkschaften auf die digitalen Herausforderungen reagieren.

Dazu gehört auch, dass Ausbildungsbetriebe für Menschen mit Behinderung bereits stark digitalisiert sind, was den Teilhabechancen dieser Gruppe zugutekommt. Digitale Assistenzsysteme, die den Zugang zu Bildung erleichtern, gewinnen zunehmend an Bedeutung und zeigen, dass Inklusion in der digitalen Welt möglich ist.

Die Schulleitungen und der Landrat sind sich einig: Um die Berufskollegs entsprechend zu positionieren und den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, muss ein gemeinsames Umdenken her. Das heutige Treffen ist dazu ein wichtiger Schritt. „Wir haben ein gutes Händchen für die Zukunft unserer Berufsbildung gezeigt“, so Schwarzkopf abschließend.