Am 7. Dezember 2025 versammelten sich die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums in Halver, um einen besonderen Gedenktag zu begehen, der unter dem Motto „Ein Name, der mahnt und verpflichtet“ stand. Mathilda Lux, die 16-jährige Schülersprecherin, führte ihre Mitschüler durch ein eindrucksvolles virtuelles Erlebnis mit einer VR-Brille. Dabei sah sie von einem Balken im Dachboden des Anne-Frank-Hauses auf den ersten Stock, was ein beklemmendes Gefühl vermittelte. Schließlich verbrachte Anne Frank dort zwei Jahre im Versteck, weswegen das virtuelle Erlebnis eine ganz besondere Bedeutung hatte.
Die Veranstaltung begann mit dem Animationsfilm „Wo ist Anne Frank?“, der die jüngeren Schüler der 5. Klassen fesselte. Dies war der Auftakt für einen Tag voller Reflexion über den Begriff Freiheit, den Mathilda als „Selbstbestimmung“ definierte. Dabei nahmen die Schüler auch an einem Memory-Spiel teil, das sich mit Menschenrechten beschäftigte, und würdigten Anne Frank als Symbol für menschliche Werte.
Vielfältige Aktivitäten und Workshops
Das Anne-Frank-Gymnasium Halver organisiert regelmäßig solche Gedenktage. Neben dem Holocaustgedenktag werden bis zu sechs dieser Veranstaltungen jährlich durchgeführt – unter anderem auch zum Kriegsende. In diesem Jahr konnten die Schüler unterschiedliche Workshops besuchen, die von der Historie bis zur kreativen Gestaltung reichten. So übermalten die Schülerinnen und Schüler eine Tapete mit negativen Begriffen und wählten positive Alternativen: Mathilda entschied sich für „Mitgefühl“ und „Empathie“.
Ein besonderes Highlight auf dem Schulhof war die Möglichkeit, Friedenswünsche mit Kreide festzuhalten. Zudem erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Lebensstationen von Anne Frank und ehrten die NS-Opfer aus Halver. Auch die Fachschaft Mathematik war aktiv und bot Übungen zur Caesar-Verschlüsselung an, was den Tag noch vielseitiger machte.
Ein wichtiger Moment war die Versammlung von Schülern und Lehrern um 12:40 Uhr, die sich vor dem Gebäude formierten, um „60 AFG“ zu bilden. Damit wurde nicht nur Anne Frank, sondern auch das Anne-Frank-Gymnasium selbst gewürdigt, das in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert.
Virtuelle Realität und historische Erinnerungen
Das Interesse an Anne Frank ist durch innovative Technologien, wie die VR-App des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam, gewachsen. Diese App ermöglicht es Nutzern, die möblierten Räume des Secret Annex zu erkunden, die in der Zeit von 1942 bis 1944 bewohnt waren. Der Wegfall der Möbel im tatsächlichen Museum, den Otto Frank, Annes Vater, gewollt hatte, wird durch die 25-minütige virtuelle Tour, die in sieben Sprachen verfügbar ist, eindrucksvoll kompensiert. Siebereits auch auf annefrank.org angeboten wird.
Um das virtuelle Angebot zu ergänzen, stellt die Website des Anne-Frank-Hauses multimediale Informationsinhalte zur Verfügung, die die Familie Frank und die Zeitgeschichte des Holocausts anschaulich darstellen. Die interaktive Plattform „Hinterhaus Online“ und der „Anne Frank Baum“ sind nur einigeHighlights, die es erlauben, Annes Geschichte im historischen Kontext zu erleben. In diesem digitalen Raum kann sogar virtuell ein Blatt zum Kastanienbaum beigesteuert werden, der von ihrem Versteck sichtbar war, wie bpb.de berichtet.
Mit all diesen Aktivitäten, sei es im Klassenzimmer, auf dem Schulhof oder durch digitale Angebote, wird nicht nur der historischen Erinnerung Rechnung getragen, sondern auch die Wichtigkeit von Freiheit und Menschlichkeit an die nächste Generation weitergegeben. Das Anne-Frank-Gymnasium in Halver zeigt, wie lebendig und relevant die Botschaft von Anne Frank auch heute noch ist.