Das Thema häusliche Gewalt bleibt besorgniserregend aktuell. Am 26. November 2025 wurde das Bundeslagebild „Häusliche Gewalt 2024“ veröffentlicht, das alarmierende Zahlen präsentiert. Laut diesem Bericht des Bundeskriminalamts, des Bundesministeriums des Inneren und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind im vergangenen Jahr 265.942 Menschen in Deutschland als Opfer häuslicher Gewalt registriert worden, was den höchsten Wert seit Beginn der flächendeckenden Erfassung darstellt. Dazu gleichberechtigt.org fügt hinzu, dass dieser Anstieg in den letzten fünf Jahren um 17,8 Prozent gestiegen ist.

Besonders alarmierend ist, dass rund 70 Prozent der Betroffenen Frauen sind. In den 171.069 Fällen der Partnerschaftsgewalt ist der Großteil der Tatverdächtigen männlich – über 75 Prozent. Zudem starben 191 Frauen im Jahr 2024 durch Femizide, eine düstere Bilanz, die als gesellschaftliches Problem betrachtet werden muss. Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Kreis Mettmann hat klare Forderungen aufgestellt: Es braucht verstärkte Prävention, Beratung und Schutz für die Opfer dieser Gewalt.

Der Überblick über die Zahlen

Art der Gewalt Anzahl der Opfer Prozentsatz
Partnerschaftsgewalt 171.069 64,3%
Innerfamiliäre Gewalt 94.873 35,7%

Das Bundeslagebild gibt auch Aufschluss über die Art der Gewalt. Häusliche Gewalt umfasst nicht nur körperliche, sondern auch psychische, sexualisierte und ökonomische Gewalt. Die Mehrheit der Täter stand oft unter dem Einfluss von Alkohol; bei den Fällen der Partnerschaftsgewalt war dies bei 21,9 Prozent der Tatverdächtigen der Fall. Vor allem Körperverletzung ist unter den häufigsten Delikten zu finden, wobei 132 Frauen und 24 Männer getötet wurden, wie das BKA berichtet.

Aufruf zum Handeln

Die Situation erfordert ein schnelles Handeln von Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes, das Anfang 2025 verabschiedet wurde. Dieses Gesetz soll helfen, geschlechtsspezifische Gewalt sichtbarer zu machen und die Unterstützung für betroffene Frauen zu verbessern. Mit dem Inkrafttreten der Istanbul-Konvention hat Deutschland eine Verpflichtung übernommen, Mädchen und Frauen zu schützen.

Die Ursachen für häusliche Gewalt sind vielfältig und liegen oft in strukturellen Ungleichheiten und traditionellen Rollenbildern begründet. Laut dem Bericht sind eine intersektionale Umsetzung des Gewalthilfegesetzes sowie eine Anpassung des Rechtsrahmens an die neuen Gegebenheiten erforderlich, um geflüchteten Frauen effektiv zu helfen. Darüber hinaus sind zusätzliche Ressourcen für Präventionsarbeit mit Jungen und die Ausweitung von Programmen zur Täterarbeit nötig.

Es ist entscheidend, dass Opfer sich nicht allein fühlen. Hilfsangebote wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) stehen bereit, um Unterstützung zu bieten. Jedes Zeichen der Zivilgesellschaft zählt, um gegen dieses gesellschaftliche Problem Stellung zu beziehen.

Für Rückfragen stehen die Aktiven im Hilfenetz im Kreis Mettmann unter der E-Mail-Adresse gewaltschutz@kreis-mettmann.de zur Verfügung. Gemeinsam müssen wir für ein gewaltfreies Zuhause kämpfen.