Im Kreis Mettmann gibt es spannende Neuigkeiten für Technik- und Gesundheitsinteressierte: Die Digitalpaten erweitern ihr Angebot. Neben den bereits etablierten Sprechstunden und Informationsveranstaltungen bieten sie nun auch Online-Veranstaltungen an. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, denn die Präsenzveranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit und einer hohen Nachfrage.

Die erste Online-Informationsveranstaltung findet am Freitag, dem 20. Februar, um 11 Uhr statt. In dieser Veranstaltung wird das Thema „Kleine Gesundheits-Apps fürs Smartphone – Digitale Helfer im Alltag“ behandelt. Die Teilnehmer können sich auf eine Vorstellung ausgewählter Gesundheits-Apps freuen, die den Alltag erleichtern können, sei es bei der Bewegung, der Medikamenteneinnahme oder der Organisation von Gesundheitsinformationen. Die Inhalte werden dabei verständlich und praxisnah erklärt. Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an alle Interessierten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf dem Portal der Digitalpaten unter diesem Link.

Das Potenzial von Gesundheits-Apps

Gesundheits-Apps gewinnen zunehmend an Beliebtheit und unterstützen Menschen bei verschiedenen gesundheitlichen Herausforderungen, unter anderem bei Übergewicht, Diabetes und psychischen Problemen. Laut einer Civey-Umfrage aus dem Jahr 2022 nutzt bereits fast jeder Dritte in Deutschland eine Gesundheits-App. Weltweit gibt es schätzungsweise 350.000 Gesundheits-Apps, wobei nur 110 dieser Apps 50 Prozent der Downloadzahlen ausmachen. Diese Zahlen unterstreichen das wachsende Interesse an digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich.

Die COVID-19-Pandemie hat diesen Trend weiter verstärkt, da viele Menschen verstärkt auf digitale Anwendungen zurückgreifen, um ihre Gesundheit zu überwachen und zu verbessern. Gesundheits-Apps sind vielfältig: Sie reichen von medizinischen Apps, die als digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) registriert sind, bis hin zu unregulierten Wellness- und Lifestyle-Apps. Besonders auffällig ist, dass rund 22 Prozent der Gesundheits-Apps auf die mentale Gesundheit abzielen, was jedoch auch Risiken birgt. Es gibt gutartige Apps für Meditation und Yoga, aber auch solche, die diagnostische oder therapeutische Hilfen anbieten und daher ärztlicher Aufsicht bedürfen.

Regulierung und Sicherheit von Gesundheits-Apps

In Europa gibt es einen spürbaren Mangel an Psychologen und Psychiatern, was viele dazu veranlasst, auf kostenlose oder kostengünstige Apps zurückzugreifen. Allerdings ist Vorsicht geboten, insbesondere bei KI-gestützten Anwendungen, die potenziell Risiken bergen können. Einige dieser Anwendungen sind medizinisch zertifiziert, andere nicht, was die Verantwortung im Schadensfall erschwert. Der Vorfall in Belgien, bei dem eine Person aufgrund der Ratschläge einer KI-Anwendung Suizid beging, verdeutlicht die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung und einer offiziellen Stelle zur Registrierung von Medizinprodukten.

Das EU-KI-Gesetz (AI Act) soll darauf abzielen, risikoreichere KI-Anwendungen strenger zu regulieren. Aktuell sind 33 DiGA dauerhaft im Verzeichnis des BfArM gelistet, und diese Zahl hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich bringt, die es zu bewältigen gilt. Wer neugierig geworden ist, kann sich in der bevorstehenden Online-Veranstaltung weiter informieren und verschiedene Gesundheits-Apps kennenlernen. Weitere Details hierzu finden Sie auch auf dieser Seite.