In der Region rund um Mettmann sorgt ein innovatives Projekt für Aufsehen, das den energetischen Zustand von Gebäuden deutlich verbessern könnte. Nach dem Abschluss der thermografischen Erhebungen in Langenfeld und Teilen von Erkrath wird nun die Befahrung in mehreren Städten fortgesetzt. Zwei Fahrzeuge des Projektpartners CLIMAP der MVV Regioplan GmbH sind ausgestattet mit hochmodernen Wärmebildkameras, die die Fassaden der Gebäude in acht Kommunen genau unter die Lupe nehmen.
Zunächst stehen die Städte Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath auf dem Programm, gefolgt von Ratingen und Mettmann, sowie Hilden, Haan und Monheim. Die genauen Termine für diese Befahrungen werden über die Social-Media-Kanäle des Kreises und der beteiligten Städte publik gemacht. Während der kalten Monate, bevorzugt nachts, werden die thermografischen Erfassungen durchgeführt, um Temperaturunterschiede sichtbar zu machen und daraus Wärmeverluste zu identifizieren.
Thermografie als Werkzeug zur Energieeffizienz
Bei der Thermografie handelt es sich um ein Verfahren, das Temperaturverteilungen an Gebäuden analysiert. Durch den Einsatz von Infrarotkameras können Wärmeverluste, Feuchtigkeitsprobleme und andere strukturelle Schwächen im Gebäude erkannt werden. Warme Bereiche werden in Rot- und Gelbtönen angezeigt, während kühlere Zonen in Blau- und Grüntönen erscheinen. Dies ermöglicht eine schnelle und präzise Identifikation von energetischen Schwachstellen.
Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außentemperatur mindestens 15 Grad beträgt. Dieses Maß an Differenz sorgt dafür, dass Wärmebrücken und Schäden an der Gebäudehülle effektiv aufgedeckt werden. Auch die Durchführung einer Thermografie hat ihre Regeln: Eine gleichmäßige Wärmezuführung ist wichtig, weshalb die Wintermonate für Außenaufnahmen prädestiniert sind.
Die erfassten Daten fließen in individuelle Energieberichte ein, die für lediglich 59 Euro erhältlich sind. Diese Berichte beinhalten nicht nur die Auswertung der thermografischen Aufnahmen, sondern auch Verbesserungsvorschläge, die Eigentümern helfen, ihre Gebäude energetisch zu optimieren. Aktuell sind diese Berichte für Langenfeld und die bereits befahrenen Teile Erkraths erhältlich, für die anderen Städte wird eine Verfügbarkeit ab Frühjahr/Sommer 2026 erwartet. Übrigens, das Muster eines Energieberichts kann man sich auf der Website des Kreises Mettmann anschauen.
Öffentliche Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote
Im kommenden Jahr, zwischen Mai und September 2026, sollen öffentliche Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Befahrungsgebieten stattfinden. Hier haben Eigentümer die Möglichkeit, sich über die Ergebnisse zu informieren und sich Anregungen für mögliche Sanierungsmaßnahmen einzuholen. In diesem Kontext bietet die Verbraucherzentrale NRW auch Energieberatungen an, um Hauseigentümern bei der Planung von Sanierungsmaßnahmen zur Seite zu stehen.
Datenschutz wird in diesem Projekt großgeschrieben. Eigentümer haben das Recht, Widerspruch gegen die Datenverarbeitung einzulegen. Dies könnte allerdings dazu führen, dass sie keinen Energiebericht anfordern können. Wer sich hierzu informieren möchte, findet auf den Webseiten des Kreises weitere Details zur thermografischen Erfassung und den verfügbaren Energieberichten.
Durch die Kombination aus Luft- und Bodenerfassung wird nicht nur die Effizienz der Gebäude gesteigert, sondern auch frühzeitig auf mögliche Schäden reagiert. Mit diesem Ansatz wird die Energieeffizienz in der Region spürbar verbessert, und die Eigentümer erhalten wertvolle Informationen, um ihre Immobilien nachhaltig zu sanieren und zu modernisieren. Da liegt ganz klar was an für die Bewohner von Mettmann und Umgebung!