In letzter Zeit sorgt die Vogelgrippe, auch bekannt als Aviaire Influenza, für Aufregung in Nordrhein-Westfalen. Die Fälle steigen schneller als in den Vorjahren, und heute wurde im Kreis Höxter der siebte bestätigte Fall gemeldet. Damit breitet sich das Virus, das vor allem bei Kranichen und verschiedenen Geflügelarten eine Gefahr darstellt, rasant aus. Diese Entwicklungen alarmieren nicht nur die Tierhalter, sondern auch die Behörden. Wie radiowestfalica.de berichtet, wurden bereits mehrere tote Kraniche gefunden, unter anderem in Bad Oeynhausen und im Kreis Höxter.
Die Situation hat vor allem in der Geflügelbranche Besorgnis ausgelöst. Immer mehr Stimmen fordern eine bundesweite Stallpflicht, die derzeit nur in Brandenburg, Hamburg, dem Saarland und ausgesuchten Kreisen gilt. Im benachbarten Niedersachsen wurde in einigen Betrieben mit mehr als 50 Vögeln Teilaufstallpflicht angeordnet. Angesichts des aktuellen Anstiegs der Fälle besteht dringender Handlungsbedarf, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, besonders während des herbstlichen Vogelzugs, wenn die Anzahl der Zugvögel ansteigt.
Bundesweite Problematik
Doch die Vogelgrippe macht nicht nur in NRW Schlagzeilen. In Deutschland und darüber hinaus breitet sich die Krankheit stark aus. In einem Geflügelbetrieb in Baden-Württemberg mussten kürzlich über 15.000 Tiere getötet werden. Laut zdf.de sind bundesweit bereits mehr als 200.000 Hühner, Gänse, Enten und Puten zum Opfer gefallen, da die Tierseuche auch in anderen Bundesländern immer wieder ausbricht. Die Zahl der tot aufgefundenen Kraniche beläuft sich bereits auf schätzungsweise 2.000.
Die Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts zeigt ebenfalls die Ernsthaftigkeit der Lage: Das Risiko neuer Ausbrüche in Geflügelhaltungen gilt als „hoch“. Besonders betroffen sind Kraniche, die in großen Scharen migrieren und somit als Überträger des Virus fungieren. Die Ansteckungsgefahr ist hoch, sodass der komplette Bestand in infizierten Gehegen getötet werden muss, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.
Gesundheitliche Risiken
Für die menschliche Gesundheit sind zurzeit keine akuten Risiken bekannt. Bisher sind in Deutschland keine H5N1-Fälle bei Menschen aufgetreten. Dennoch warnen Fachleute wie Alois Rainer, der Bundeslandwirtschaftsminister, vor den Gefahren, die von einer hohen Viruslast ausgehen, besonders für Menschen, die direkten Kontakt mit toten Vögeln haben. Deshalb ist es ratsam, Abstand zu halten, Funde zu melden und gegebenenfalls Hygienevorschriften zu befolgen.
Die Vogelgrippe ist in Deutschland kein neues Phänomen, doch die rasche Ausbreitung und die hohe Zahl der Infektionen in diesem Jahr sind ungewöhnlich. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Tierseuche die Landwirtschaft und die Tierhaltung in weiten Teilen Deutschlands stark betrifft, und auch in Zukunft bleibt die Situation angespannt. Die Öffentlichkeit wird aufgefordert, wachsam zu sein, um weitere Ausbrüche zu vermeiden.