Karneval ist wieder in vollem Gange, und Köln steht ganz im Zeichen des bunten Treibens. Feiertagsstimmung ist garantiert, besonders wenn die größte Karnevalsparade am Rhein startet. Jedes Jahr kann die Stadt über eine Million Besucher beeindruckend in ihren Bann ziehen. Der Kölner Rosenmontagszug zieht seit 1823 durch die Straßen der Stadt und ist mit etwa 170 Wagen und rund 12.000 Teilnehmenden ein echtes Highlight. Unter dem Motto „ALAAF – Mer dun et för Kölle!“ geht’s kräftig zur Sache. Ein fertiger Zug ist dann ca. 8,5 Kilometer lang und dauert über drei Stunden. Dabei werden beeindruckende 300 Tonnen Kamelle und knapp 300.000 Strüßjer verteilt, die die Feiernden zum Werfen bringen.
Doch auch in Mönchengladbach wird kräftig gefeiert. Der Karnevalszug startete am Hardter Marktplatz, zu einer Zeit als die Sonne schien und der Schnee vom Vortag schmolz. Besondere Fußgruppen und fantasievolle Kostüme prägten das Bild. Unter dem Motto „Möt völl Freud“ war der Wagen der „I. Venner Karnevals-Gesellschaft“ der Hingucker. Auch viele andere kreative Themen, wie der Traktor mit dem Schild „Hardter Heros“, der Superhelden aus bekannten Universen zeigte, und kostümierte Schachfiguren, sorgten für Aufsehen. Doch die Wettervorhersage war den Narren nicht ganz geheuer: Ab 12 Uhr wurde Regen prognostiziert, was bei den Teilnehmern Besorgnis auslöste, aber vor dem Zoch-Spaß konnte das niemanden aufhalten.
Buntes Treiben und Tradition
Karneval, auch als Fasching oder Fas(t)nacht bekannt, wird in Deutschland mit Leidenschaft gefeiert und markiert die sechswöchige Zeit vor der Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Die individuellen Entscheidungen über das Verzichten auf Genussmittel während der Fastenzeit stellen einen besonderen Aspekt dar, der von vielen, vor allem Frauen, praktiziert wird. Das jährliche Fest bietet jedoch einen vitalen Gegenpol, wo das Ausgelassensein an erster Stelle steht.
Die Maßstäbe des Kölner und Düsseldorfer Karnevals sind beeindruckend. In Düsseldorf zieht der Rosenmontagszug jährlich etwa 600.000 Besucher an und bietet etwa 8.000 Teilnehmende, darunter 110 Wagen, die oft mit satirischen Darstellungen von Jacques Tilly aufwarten. Im Vergleich dazu ist die Bonner Version, die rund 200.000 Besucher anlockt, zwar kleiner, aber gleichermaßen festlich. Im diesjährigen Rosenmontagszug wird unter dem Motto „200 Jahre Bonner Karneval – jestern, hück und morje“ gefeiert, was die historische Brisanz dieses Events unterstreicht.
Ein unvergesslicher Karnevalszug und Ausklang
Am Veilchendienstag wird dann in Mönchengladbach der Karneval mit dem Veilchendienstagszug noch einmal ordentlich gefeiert, wo 30 Karnevalsgesellschaften und 82 Wagen erwartet werden, und rund 350.000 Zuschauer die Straßen säumen. Der Ruf „Halt Pohl!“ zeigt, wie stolz die Stadt auf ihren Karneval ist. Während dem bunten Treiben in Hardt sorgten bereits einige der besten Kostüme für Aufsehen – etwa aus dem Disney-Film „101 Dalmatiner“ oder das nostalgische Motto „Back to the 70s“ des TC Hardt. Auch die kreative Fußgruppe mit dem Heißluftballon-Kostüm wurde zum Gesprächsthema.
Trotz der Wettervorhersage bleibt die Vorfreude auf die kommenden Karnevalstage ungebrochen. Der Rheinländer zeigt sich unbeeindruckt von einem etwas nassen Pärchen und genießt die fünfte Jahreszeit in vollen Zügen.