Die Wogen in Mönchengladbach schlagen hoch: Eugen Polanski, ein Sohn des Vereins, wurde nun als interimistischer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach bestellt. Dies geschah nach der Entlassung von Gerardo Seoane, dessen ausbleibende Erfolge nicht nur die Führungsriege, sondern auch die Fans immer ungeduldiger machten. Jochen Schröder, der Sport-Geschäftsführer, bezeichnete Polanski als energischen Trainer, der zweifellos die Chance verdient hat, seine Fähigkeiten zu zeigen. Um jedoch wirklich als ernsthafter Kandidat für die dauerhafte Lösung gehandelt zu werden, muss er in den kommenden Spielen gegen Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt sowie im wichtigen Derby gegen den 1. FC Köln zumindest einen klaren Sieg einfahren, um eine Trainerdiskussion zu vermeiden, wie Absolut Fußball berichtet.

Das Team ist aktuell im Abstiegskampf und steht möglicherweise vor der traurigen Aussicht, nach dem Derby 17 Spiele ohne Sieg zu sein. Ein solches Szenario wäre für die Borussia, die in dieser Saison die drittmeisten Gegentore kassiert hat, kaum verkraftbar. Zuletzt goß die Anklage an die Defensive auch Schatten auf Polanskis erste vier Spiele, in denen kein echter Umschwung erkennbar war. Es wird daher über die Rückkehr von Urs Fischer spekuliert, der seit November 2023 ohne Verein ist und eine umsichtige Defensive im Vorfeld seiner Zeit bei Union Berlin etablieren konnte.

Polanskis Herausforderungen und Chancen

Polanski bringt eine tiefe Verbundenheit mit Gladbach mit, nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Vergangenheit als Spieler im Verein. Zuvor coachte er die U23 und hat dort mit seinen Spielern, wie Rocco Reitz und Lukas Ullrich, bereits einen soliden Punkteschnitt von 1,7 pro Spiel erzielt. Zudem soll seine Spielidee, die auf hohem Pressing und schnellem Umschalten basiert, der Mannschaft frischen Wind verleihen. Spannend ist, dass er neben den Line-ups variieren kann, etwa zwischen 4-4-2 und 4-2-3-1, wie die Sportschau detailliert darstellt.

Auch wenn die Führungsriege rund um Roland Virkus die Situation sorgfältig abwägen muss, scheint Polanski die preisgünstigere Lösung zu sein, da die Kosten für Seoane bis 2026 weiterlaufen. Hinzu kommt, dass neben Fischer auch weitere prominente Namen wie Pellegrino Matarazzo und Edin Terzic für eine mögliche Festanstellung gehandelt werden. Das Thema Trainerwechsel hat in der Bundesliga Tradition, denn die Arbeitsbedingungen für Trainer sind oft von Unsicherheit geprägt, wie 90min richtig feststellt.

Für Polanski steht also viel auf dem Spiel. Die anstehenden Partien werden nicht nur Einfluss auf seine Zukunft bei Borussia Mönchengladbach haben, sondern auch auf den Verlauf der gesamten Saison. Der Druck ist enorm, und die Zeit drängt, denn der Abstieg ist ein schleichendes Ungeheuer, das jede Woche näher rückt. Die Borussia ist also gefordert, und Polanski steht mittendrin – ein Drahtseilakt, den nur die wenigsten Trainer erfolgreich meistern können. Schafft er den Turnaround, könnte er sich als der Retter der Gladbacher etablieren oder in die Fußstapfen seiner Vorgänger treten, die der ständigen Trainerfluktuation in der Bundesliga zum Opfer fielen.