Am Mülheimer Stadthafen weht diese Woche zum Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November ein starkes Zeichen: Ein Banner mit der Botschaft „Frei leben ohne Gewalt“ wurde gehisst. Die Aktion, die die Aufmerksamkeit auf die Problematik der Gewalt gegen Frauen lenken soll, ist Teil einer weltweiten Initiative, bei der Tausende von Fahnen von Terre des Femmes auf der ganzen Welt wehen. Wie lokalklick.eu berichtet, haben viele Frauen, die den #WegAusDerGewalt gehen, oft Jahre voller Gewalt, Angst und Unsicherheit hinter sich.
Das Thema ist auch von gesellschaftlicher Relevanz: Statistiken zeigen, dass fast jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt wird. Die Dunkelziffer ist dabei enorm hoch, und oft bleibt Gewalt, besonders in Partnerschaften, unentdeckt. Laut bmbfsfj.bund.de erlebte jede vierte Frau mindestens einmal Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner.
Statistische Daten zur Gewaltsituation
Die Zahlen sind alarmierend: 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen 66.754 Opfer häuslicher Gewalt registriert, was einem Anstieg um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zunahme der Opfer seit 2020 beläuft sich auf 16,3 %. Von diesen Fällen entfallen 63 % auf Partnerschaftsgewalt, was 42.045 betroffenen Frauen und Männern entspricht. Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass fast jeden zweiten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet wird. Dies verdeutlicht den dringenden Bedarf an strukturellen Absicherungen für Frauen, die nach einer Trennung Sicherheit suchen, wie statista.com unterstreicht.
Um betroffenen Frauen die nötige Unterstützung zu bieten, sind verschiedene Akteure unverzichtbar. Dazu zählen nicht nur die Polizei und die Justiz, sondern auch Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen sowie Freund*innen und Verwandte, die durch Sensibilisierung eine wichtige Rolle spielen können. Jede Unterstützung zählt in einer Zeit, in der die Gefahr für Frauen auch nach einer Trennung von Tätern bestehen bleibt.
Hilfsangebote und Prävention
Der Bedarf an Hilfsangeboten ist groß, und das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 016 ist rund um die Uhr in 18 Sprachen erreichbar. Im Jahr 2023 verzeichnete dieses Telefon etwa 86.700 Kontaktaufnahmen, was zeigt, dass viele Frauen auf Unterstützung angewiesen sind. Die Beratungsangebote müssen kontinuierlich weiter ausgebaut werden, um den gewachsenen Anforderungen der Betroffenen gerecht zu werden.
Angesichts dieser ernsten Problematik braucht es nicht nur sofortige Maßnahmen, sondern auch langfristige Strategien zur Prävention. Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das alle betrifft. Nur durch Aufklärung und Sensibilisierung können wir dazu beitragen, dass Frauen in Zukunft ohne Angst leben können. Es liegt an uns allen, ein Zeichen zu setzen und für eine gewaltfreie Gesellschaft einzutreten.