Nach dem Tod des Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als «El Mencho», ist Mexiko in eine gewaltsame Krise gestürzt. Der Führer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) wurde während einer Militäroperation in Tapalpa, Jalisco, getötet, was zu einer Welle der Gewalt in mehreren Bundesstaaten führte. Anhänger von «El Mencho» reagierten auf die Festnahme mit Straßensperren und Angriffen auf Geschäfte und Banken. Die mexikanischen Sicherheitskräfte berichten von mindestens 74 Toten, die bei den Kämpfen zwischen ihnen und den Mitgliedern des CJNG ums Leben kamen. Die Gewalt ist eine direkte Folge der Operation zur Festnahme von «El Mencho», die auf Informationen der US-Geheimdienste basierte.
Das CJNG, gegründet 2010 als bewaffneter Arm des Sinaloa-Kartells, gilt als eine der mächtigsten kriminellen Organisationen in Mexiko. Mit schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Mitgliedern ist das Kartell in verschiedenen illegalen Aktivitäten tätig, darunter Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Öl-Diebstahl. Die Brutalität der CJNG-Kämpfer ist gefürchtet; sie haben sogar Militärhubschrauber abgeschossen. Experten warnen zudem vor möglichen internen Kämpfen um die Nachfolge von «El Mencho», was die Gewaltspirale weiter antreiben könnte. Die US-Regierung hat das CJNG als ausländische Terrororganisation eingestuft und ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar auf «El Mencho» ausgesetzt.
Auswirkungen auf die Sicherheit
Die Welle der Gewalt hat bereits zu Absagen von Fußballspielen geführt, auch wenn das Freundschaftsspiel zwischen Mexiko und Island weiterhin stattfinden soll. Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die ab Juni in Mexiko, den USA und Kanada ausgetragen wird, wirft Fragen zur Sicherheit auf. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey sollen insgesamt 13 WM-Spiele stattfinden. In den betroffenen Städten wurden bereits Sicherheitswarnungen ausgesprochen, und einige Veranstaltungen wurden abgesagt, während die Bevölkerung aufgefordert wurde, zu Hause zu bleiben.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat die Bevölkerung zur Besonnenheit aufgerufen und die Leistungen der Sicherheitskräfte gewürdigt. Sie wies jedoch auch Vorschläge für US-Einsätze gegen Drogenkartelle zurück. Sicherheitsexperten sind sich einig, dass die Tötung von «El Mencho» zwar einen schweren Schlag gegen die Drogenkartelle darstellt, jedoch auch die Gefahr eines Machtkampfes innerhalb des CJNG birgt. Die Situation bleibt angespannt, und die Unsicherheit betrifft auch internationale Reisende, da ausländische Fluggesellschaften bereits Verbindungen zu mexikanischen Städten gestrichen haben.
Die Tötung von «El Mencho» und die darauf folgenden Gewalttaten zeigen deutlich, wie fragil die Sicherheitslage in Mexiko ist. Auch wenn die mexikanische Regierung Fortschritte im Kampf gegen das organisierte Verbrechen meldet, bleibt die Frage, wie nachhaltig diese Erfolge sind. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden internationalen Sportereignisse und die damit verbundenen Sicherheitsherausforderungen.