Im Priesterseminar Borromaeum in Münster trafen sich am 6. November 2025 rund 35 Delegierte aus dem Bistum Münster zur wichtigen Delegiertenversammlung der Orden und Säkularinstitute. Im Fokus stand ein Thema, das in unserer heutigen Zeit immer wichtiger wird: das Miteinander-Leben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Der Provinzial der deutschen Provinz der Steyler Missionare, Peter Claver Narh, übernahm die Rolle des Referenten und brachte frischen Wind in die Diskussion über Interkulturalität.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmern nicht nur die Möglichkeit, über die eigene kulturelle Identität nachzudenken, sondern auch deren Einfluss auf die Weltanschauung zu reflektieren. Narh ermutigte alle Anwesenden, sich mit zentralen Fragestellungen auseinanderzusetzen, wie etwa den Unterschieden zwischen Multi-, Inter- und Transkulturalität. Ein Punkt, der besonders ins Gewicht fiel, war die Erkenntnis, dass interkulturelle Konflikte häufig aus misslungener Kommunikation resultieren. In diesem Sinne appellierte Narh an alle, den Ethnozentrismus hinter sich zu lassen und sich dem Ethnorelativismus zu öffnen, ohne die eigene Identität aufzugeben. So könne ein respektvolles Miteinander in der Vielfalt gefunden werden.
Mitmachaktion und Kommunikation im Fokus
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die kreative Mitmachaktion, bei der die Teilnehmer Malstifte nutzen konnten, um über innere Bilder und deren Einfluss auf die eigene Wahrnehmung nachzudenken. Dies förderte nicht nur die Kreativität, sondern ließ auch neue Perspektiven und Denkanstöße entstehen. Besonders spannend war das anschließende Nachmittagsprogramm, das den Schwerpunkt auf Kommunikation legte und damit zeigte, wie wichtig effektive Gespräche in interkulturellen Kontexten sind.
Anke Lucht, die stellvertretende Pressesprecherin des Bistums Münster, brachte zudem wichtige Informationen zur Öffentlichkeitsarbeit ein und sprach über deren Voraussetzungen. Ihre Einblicke waren besonders wertvoll, um den Teilnehmern ein Gespür für die Herausforderungen und Chancen der Kommunikationslandschaft zu vermitteln, die in einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft bestehen.
Diversität und gesellschaftliche Herausforderungen
Diese Themen sind jedoch nicht nur auf Veranstaltungen im kirchlichen Bereich beschränkt. Ein Blick auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt, dass seit den 1990er-Jahren immer mehr Menschen nach Deutschland einwandern. In diesem Zusammenhang wird der Umgang mit Diversität und die Umsetzung von Diversity-Management zunehmend wichtiger. Laut einem Beitrag auf Springer ist es nicht nur entscheidend, interkulturelle Arbeitsansätze zu entwickeln, sondern auch Vorbehalte gegenüber profitorientierten Managementkonzepten abzubauen. Das Ziel sollte eine breitere Sichtweise auf die gesellschaftliche Vielfalt sein, die alle Menschen einbezieht.
Ein spezifischer Ansatz, der hier nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Analyse der Intersektionalität, die sich mit der Verknüpfung unterschiedlicher Diskriminierungsformen beschäftigt. Denn es liegt auf der Hand: Nur durch ein gewisses Maß an Nachsicht und Kreativität können wir die Herausforderungen meistern, die durch kulturelle Unterschiede entstehen.
So wird klar, dass die Förderung positiven Denkens zur Diversität nicht nur inspirierend wirkt, sondern auch dazu beiträgt, unser Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft zu verbessern. Denn wie Narh betonte, ist es diese Diversität, die kreatives Denken anregt und Chancen schafft, die weit über den Tellerrand hinausblicken.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Veranstaltungen wie die Delegiertenversammlung in Münster sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem harmonischen Miteinander, in dem Verständnis und Respekt für kulturelle Vielfalt im Vordergrund stehen. Martin Luther King sagte einmal: „Wir müssen lernen, als Brüder zu leben oder werden als Narren sterben.“ Dies gilt auch in der heutigen Zeit, in der wir alle gefordert sind, Brücken zu bauen und die Schönheit der Diversität zu erkennen.