Am 8. Dezember 2025 verabschiedete sich die beliebte Schauspielerin Mechthild Großmann aus ihrer Rolle als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münsteraner „Tatort“. Nach 23 Jahren im Dienst des Verbrechens und unzähligen spannenden Fällen zieht die 76-Jährige nun einen Schlussstrich. Ihr letzter Fall „Die Erfindung des Rades“ erzielte enorme Einschaltquoten und erreichte 11,6 Millionen Zuschauer – der höchste Wert in der Geschichte des Münster-Tatorts.

Die Fans werden sich besonders an ihr rauchiges Organ erinnern, das sie zu einer ikonischen Stimme gemacht hat. Trotz der häufigen Assoziation mit dem Rauchen sagt Großmann jedoch, dass ihre besondere Stimme nicht vom Tabakkonsum stammt; sie habe diese bereits in der Kindheit gehabt. „Diese Stimme ist einfach mein Markenzeichen“, erklärt sie etwas geheimnisvoll. Sie bleibt jedoch vage über ihre eigenen Rauchgewohnheiten, was der Figur ihrer Rolle durchaus entspricht.

Ein Rückblick auf eine erfolgreiche Karriere

Mechthild Großmann wurde am 23. Dezember 1948 in Münster geboren und startete ihre Karriere im Theater, wo sie unter anderem beim Tanztheater von Pina Bausch mitwirkte. Ihren Durchbruch hatte sie in der Fernsehserie „Berlin Alexanderplatz“. Seit 2002 war sie untrennbar mit dem Münsteraner „Tatort“ verbunden, wo sie oftmals mit Kommissar Frank Thiel und Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne an der Seite agierte. In insgesamt fast 50 Folgen brillierte sie vor allem mit ihrem trockenen Humor, während ihre Kollegen eher den klamaukigen Part übernahmen, wie Tagesschau berichtet.

Ihr Abschied aus der Krimireihe ist freiwillig, denn Großmann möchte sich neuen Möglichkeiten zuwenden. „Ich habe keine Lust mehr, täglich im Studio zu sein“, so die Schauspielerin. Auf die Frage nach dem Abschiedsschmerz meinte sie, sie verspüre keinen großen Kummer und könne ihren Rückzug als positive Veränderung betrachten. Zukünftig wird sie weiterhin Theater spielen, möchte Hörspiele produzieren und Lesungen halten. Bereits Anfang 2026 wird sie in „Das Vermächtnis“ am Theater Münster zu sehen sein.

Ein bewegtes Leben

Mechthild Großmann wuchs im Kreuzviertel von Münster auf und entwickelte früh eine Leidenschaft für die Bühne. Ihr komödiantisches Talent und ihr tiefes Verständnis für verschiedene Rollen, darunter viele Haupt-/ Nebenrollen in Kino und Fernsehen, machen ihre Karriere einzigartig. Es gab Stippvisiten in Märchenverfilmungen, und auch im Bereich Hörbuch hat sie sich einen Namen gemacht, wie Wikipedia erklärt. Sie hat mit großen Namen der Literatur gearbeitet und zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Deutschen Kinderhörbuchpreis.

Im Privatleben lebt Großmann glücklich mit dem 78-jährigen Regisseur Stephan Meyer zusammen und hat eine Tochter. Die künstlerische Laufbahn von Mechthild Großmann ist ein Kristallisationspunkt für viele, die in die Schauspielerei einsteigen möchten. Ihre Fähigkeit, das Publikum zu fesseln und durch verschiedene Medien zu unterhalten, zeigt einen vielseitigen und talentierten Menschen, der allen, die das Glück haben, ihr zuschauen zu dürfen, viel Freude bereitet hat.

Mit ihrem letzten Auftritt im „Tatort“ verabschiedet sich nicht nur eine Schauspielerin, sondern ein Stück Fernsehgeschichte, das viele Generationen geprägt hat.