Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird durch eine neue Initiative gestärkt, die Wirtschaft, Forschung und Innovationscluster miteinander vernetzen soll. Ziel ist es, gezielte Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit voranzutreiben, besonders in Anbetracht der militärischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen von Bundeswehr und NATO. Mona Neubaur, die stellvertretende Ministerpräsidentin von NRW, hebt hervor, dass die Stärkung der industriellen und technologischen Basis für Sicherheit und Resilienz in Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung ist. Im Rahmen dieser Bestrebungen wurde das Production Launch Centre Defence (PLCD) gegründet, das als industriegetriebene Plattform für Unternehmen und Forschungspartner fungiert, um marktfähige Systeme zu entwickeln. Der Fokus liegt hierbei auf praxisrelevanten Projekten, weniger auf klassischer Grundlagenforschung. Nordrhein-Westfalen positioniert sich somit als führende Industrie- und Innovationsregion mit leistungsfähigen Unternehmen und exzellenten Forschungseinrichtungen Quelle.
Das PLCD soll Technologietransfer, internationale Kooperationen und strategische Netzwerke fördern und dabei insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-ups den Zugang zu sicherheitsrelevanten Innovationsprojekten erleichtern. Unterstützt wird die Initiative von Kernpartnern wie Rheinmetall, Mubea und Lockheed Martin. Letztere betonen die Bedeutung dieser Zusammenarbeit für die Innovationskraft und Resilienz der Industrie. Rheinmetall hebt die Notwendigkeit hervor, den Übergang von der Entwicklung zur Serienproduktion von Verteidigungssystemen zu beschleunigen. Diese Initiativen sind Teil eines größeren Trends, in dem Hochtechnologien wie Nanotechnologie, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie an Bedeutung gewinnen Quelle.
Strategische Netzwerke und Innovationsförderung
Die Plattform DEFENCE.NRW bündelt Kompetenzen von Organisationen wie NMWP.NRW, ZENIT GmbH und KI.NRW. Hierbei steht die Förderung des Transfers innovativer Technologien in sicherheitsrelevante Anwendungen im Vordergrund. Dies geschieht durch verschiedene Veranstaltungen, wie etwa die Netzwerkveranstaltung „High-Tech aus NRW für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ in Düsseldorf, die über 100 Teilnehmer anzog. Zudem bieten Webinare und Unternehmensreisen nach internationalen Messen wie der Eurosatory in Paris Gelegenheiten zur Vernetzung und zum Austausch über Trends und Entwicklungen in der Branche.
Ein weiteres wichtiges Element ist die politische Unterstützung und branchenspezifische Fördermaßnahmen, die darauf abzielen, den Zugang zu sicherheitsrelevanten Märkten zu verbessern. Initiativen wie die Recruiting-Gelegenheit für Industriepartner im Bereich Defence im Dezember und die neu ins Leben gerufene EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) sind Teil dieser Strategie, die NRW als sicherheits- und technologiepolitischen Standort mit internationaler Sichtbarkeit positioniert Quelle.
Einbindung in die nationale Strategie
Diese regionalen Initiativen stehen im Kontext eines umfassenderen strategischen Rahmens, der von der Bundesregierung durch ein kürzlich veröffentlichtes Strategiepapier des Beraterkreises des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) unterstützt wird. Unter dem Titel „Eine neue Strategie für Verteidigungswirtschaft, Technologieführerschaft und Wachstum“ wird darauf hingewiesen, dass Sicherheitspolitik und Wirtschaftspolitik eng miteinander verwoben sind. Es wird betont, dass resiliente Lieferketten und innovationsfähige Unternehmen entscheidend sind für die strategische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas Quelle.
Das Strategiepapier hebt hervor, dass Themen wie Künstliche Intelligenz, Drohnen und Robotik wesentliche Schlüsselbereiche sind, die für die Resilienz der Sicherheitsindustrie von Bedeutung sind. Der Ukraine-Konflikt wird als Beispiel für den notwendigen Aufbau einer robusten Sicherheitsindustrie, besonders im Drohnenbereich, genannt. Die Notwendigkeit europäischer technologischer Souveränität wird ebenfalls betont, um sicherzustellen, dass Deutschland und Europa nicht technologisch ins Hintertreffen geraten.
Insgesamt zeigt sich, dass Nordrhein-Westfalen mit seinen Initiativen zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nicht nur eine zentrale Rolle in Deutschland spielt, sondern auch auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnt. Die Verknüpfung von Wirtschaft, Forschung und Technologie ist hier der Schlüssel zum Erfolg.