In der Region Oberberg wird mit dem offiziellen Zusammenschluss der Pfarreien An Bröl und Wiehl sowie Morsbach/Friesenhagen/Wildbergerhütte am 1. Januar 2026 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Gemäß oberberg-aktuell.de wird dieser Fusionsakt mit einem feierlichen Gottesdienst, geleitet von Weihbischof Ansgar Puff, eingeläutet. Zugleich wird die neue Pfarrei St. Michael und St. Gertrud als Teil der Pastoralen Einheit Oberberg Süd ins Leben gerufen.

Der Beschluss zur Fusion wurde bereits Ende 2024 gefasst und durch Dekrete des Erzbistums Köln am 1. Mai 2025 offiziell bestätigt. Dies ist eine Antwort auf den demographischen Wandel und die sinkenden Mitgliederzahlen in den Gemeinden. Eine Vielzahl von Kirchengemeinden sieht sich daher veranlasst, mit Nachbarkirchengemeinden zusammenzugehen, wie auch sprichwörtlich ekir.de hervorhebt. Ein Leitfaden für diesen Fusionsprozess bietet dazu wertvolle Tipps und Anleitungen.

Die Vorteile der Fusion

Aber was bedeutet das konkret für die Gemeinden vor Ort? Dass es zahlreiche Herausforderungen gibt, ist klar. Ein zentraler Aspekt ist, dass die Ortsteile und der Charakter der Gemeindeleben möglichst unverändert bleiben sollen. Die Fusion betrifft insgesamt neun Pfarreien, wobei die Pfarrei St. Michael in Waldbröl weiterhin bestehen bleibt und die neuen Strukturen an ihrem Sitz in Waldbröl ihren Anfang nehmen werden.

Die Zukunft der neuen Pfarrei sieht einen zentralen Kirchenvorstand vor, der aus Mitgliedern aller bisherigen Pfarreien gebildet wird. Die Wahl dieses Gremiums ist für März 2026 geplant. Unterstützung erhalten die Verantwortlichen durch lokale Ausschüsse, die ihre fachliche Expertise einbringen.

Personelle Veränderungen und neue Strukturen

Mit dem Zusammenschluss treten auch personelle Veränderungen hinzu: Pfarrer Klaus-Peter Jansen geht nach Erreichen seines 75. Lebensjahres in den Ruhestand, bleibt jedoch als Subsidiar aktiv. Ebenso wird festgestellt, dass die Stellen der scheidenden Kirchenmusikerin Brigitte Anders und des Pastoralreferenten Markus Müller nicht nachbesetzt werden, was die Notwendigkeit einer starken internen Organisation unterstreicht.

Die Herausforderungen an die Kirchengemeinden, insbesondere für kleinere Gemeinden, sind nicht von der Hand zu weisen. So wird in der Debatte um Fusionen häufig auf die Erhaltung lokaler Verwurzelung und sozialer Strukturen verwiesen. Wie die evangelische-zeitung.de berichtet, ist dies ein sensibles Thema: Viele empfinden eine Fusion als Bedrohung ihrer gewohnten Gemeinschaft.

Die anstehenden Veränderungen sind jedoch nicht nur eine Reaktion auf die ausgegebenen Mindestmitgliederzahlen von 300, wie sie von der Synode der EKBO vorgegeben wurden, sondern auch ein Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Der Weg hin zu einer zukunftsfähigen und funktionierenden Kirchenstruktur wird mit Sicherheit viele Diskussionen erfordern, basierend auf den Bedürfnissen der Gläubigen.

Der Fusionsgottesdienst im Pfarrheim stellt zudem einen Rahmen für den Austausch zwischen den Gläubigen dar – eine Gelegenheit, die neuen Strukturen zu besprechen und sich auf das Menschliche zu besinnen, was in diesen kommunikativen Prozessen sicherlich an erster Stelle stehen sollte.