In Nordrhein-Westfalen stehen die Zeichen auf Arbeitskampf: Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag und Samstag, den 27. und 28. Februar 2026, zu einem Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind zahlreiche Städte, darunter Bonn, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen, Münster und Bielefeld. In diesen Städten wird mit Tausenden von Busfahrern und anderen Beschäftigten gerechnet, die dem Aufruf folgen werden. Einzige Ausnahmen bilden Aachen, wo die Tarifverhandlungen die dortigen Verkehrsbetriebe nicht betreffen, und Wuppertal, wo die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Schwebebahn stattfinden.
Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne und eine Reduzierung der Arbeitszeit, während die Arbeitgeber dies als überzogen ansehen. Der erste Warnstreik, der bereits am 2. Februar stattfand, führte dazu, dass 12.000 von 30.000 Beschäftigten die Arbeit niederlegten. In Dortmund wird der Nahverkehr am kommenden Freitag und Samstag vollständig stillgelegt, sodass alle Stadtbahn- und Buslinien ausfallen werden. Am Niederrhein hingegen könnten Fahrten entfallen, es wird jedoch kein vollständiger Stillstand des Nahverkehrs prognostiziert. Dennoch müssen Arbeitnehmer mit einem Wegerisiko rechnen und sich um Alternativen kümmern, falls der Nahverkehr ausfällt.
Weitere Auswirkungen und Empfehlungen
Der ADAC rät dazu, Fahrgemeinschaften zu bilden und alternative Verkehrsmittel wie Fahrräder oder E-Scooter zu nutzen, um die erwarteten Verkehrsstaus, insbesondere am Freitagnachmittag, zu vermeiden. Am Freitagmorgen und Samstag wird jedoch mit normalem Verkehr auf den Straßen gerechnet. Arbeitgeber sollten frühzeitig informiert werden, um Lösungen zu finden und die Auswirkungen des Streiks auf ihre Mitarbeiter zu minimieren.
Die Mobilisierung von ver.di ist Teil eines größeren Trends im gesamten Bundesgebiet. Am 27. und 28. Februar 2026 werden bundesweit Arbeitsniederlegungen im kommunalen Nahverkehr stattfinden, betroffen sind rund 100.000 Beschäftigte in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben in allen Bundesländern sowie in Berlin, Hamburg und Bremen. Die Verhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) drehen sich um zentrale Themen wie Arbeitsbedingungen, Wochenarbeitszeit und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.
Hintergründe und Forderungen
Christine Behle, die stellvertretende Vorsitzende von ver.di, äußert sich enttäuscht über die schleppenden Verhandlungen und fordert eine spürbare Entlastung für die Beschäftigten. Eine gemeinsame Studie von ver.di und der Klima-Allianz Deutschland belegt die hohen Belastungen im Fahrdienst. In einigen Bundesländern, darunter Bayern, Brandenburg, das Saarland, Thüringen und Hamburg, wird auch über höhere Löhne verhandelt. An der BVG in Berlin sind die Verhandlungen besonders festgefahren, da der KAV Berlin bislang kein Angebot vorgelegt hat.
Insgesamt zeigt sich, dass der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber wächst, um die Arbeitsbedingungen im Nahverkehr nachhaltig zu verbessern. Die bevorstehenden Streiktage am 27. und 28. Februar 2026 könnten ähnliche Auswirkungen haben wie der erste bundesweite Streiktag am 2. Februar, der in über 100 Unternehmen zu einem vollständigen Erliegen des Verkehrs führte. In Niedersachsen findet jedoch aufgrund einer Friedenspflicht bis Ende März kein Arbeitskampf statt. Entscheidungen über mögliche Streikaufrufe in Hamburg und Baden-Württemberg werden in den kommenden Tagen getroffen.
Für weitere Informationen zu den Forderungen und Verhandlungsverläufen können Interessierte die offizielle Website von ver.di besuchen: ver.di. Auch die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe zu den bundesweiten Streiks im ÖPNV sind dort abrufbar: DGB.