Eine größere Bewegung bahnt sich im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens an. Laut stern.de hat die Gewerkschaft ver.di für Freitag und Samstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Erwartet werden Tausende von Busfahrern und anderen Beschäftigten, die dem Aufruf folgen werden. Die zentrale Forderung der Gewerkschaft lautet: höhere Löhne und weniger Arbeitszeit. Das sehen die Arbeitgeber jedoch als überzogen an.
Betroffene Städte in Nordrhein-Westfalen sind unter anderem Bonn, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach und Duisburg. Ausnahmen bilden Aachen und Wuppertal, wo keine Warnstreiks stattfinden, da etwa die Tarifverhandlungen in Aachen nicht betroffen sind und Wuppertal die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum der Schwebebahn ausrichtet.
Behinderungen im Nahverkehr
Insbesondere in Dortmund wird am Freitag und Samstag mit einem kompletten Stillstand des Nahverkehrs gerechnet, da alle Stadtbahn- und Buslinien ausfallen. Während in anderen Städten wie am Niederrhein Fahrten entfallen könnten, wird jedoch kein vollständiger Stopp des Nahverkehrs prognostiziert. Dennoch sind die Pendler aufgerufen, Vorsicht walten zu lassen, da Arbeitnehmer das Risiko tragen, alternative Wege zu finden, wenn der Nahverkehr nicht funktioniert. Autofahrer sollten sich ebenfalls auf mögliche Staus vorbereiten, besonders am Freitagnachmittag. Der ADAC empfiehlt Fahrgemeinschaften oder alternative Verkehrsmittel wie Fahrräder und E-Scooter.
Am Freitagmorgen und Samstag wird jedoch ein normaler Verkehrsfluss auf den Straßen erwartet, was Hoffnung für die Pendler bringt, die auf alternative Verkehrsmittel angewiesen sind.
Bundesweite Ausweitung der Streiks
Doch der Warnstreik in Nordrhein-Westfalen ist nur der Anfang. Die Gewerkschaft ver.di kündigt eine bundesweite Ausweitung der Streiks für den 27. und 28. Februar an. Betroffen sind rund 100.000 Beschäftigte in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben in allen Bundesländern sowie in Berlin, Hamburg und Bremen. Die Gründe dafür sind die schleppenden Verhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) über Arbeitsbedingungen, Wochenarbeitszeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. So berichtet ver.di, dass die Verhandlungen kaum vorankommen und Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende, deutliche Enttäuschung über die Arbeitgeberhaltung äußert.
Die Situation ist angespannt, denn bereits der erste bundesweite Streik am 2. Februar führte in über 100 Unternehmen zu einem vollständigen Verkehrsstillstand für 24 Stunden. Ähnliche Auswirkungen werden auch für die kommenden Streiktage erwartet, wobei in Niedersachsen aufgrund einer Friedenspflicht bis Ende März kein Arbeitskampf stattzufinden hat. Entscheidungen über Streikaufrufe in Hamburg und Baden-Württemberg stehen ebenfalls an.
Die Forderungen von ver.di sind klar umrissen: Es geht um Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit, höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit und, in einigen Bundesländern, auch um höhere Löhne. Eine Studie von ver.di und der Klima-Allianz Deutschland hat zudem hohe Belastungen im Fahrdienst aufgezeigt, was die Dringlichkeit der Verhandlungen unterstreicht.
In diesem Spannungsfeld ist es für Pendler unerlässlich, die Entwicklungen genau zu beobachten und gegebenenfalls auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, um ihre Mobilität auch während dieser unruhigen Zeiten sicherzustellen. Weitere Informationen zu den Streiks und den laufenden Verhandlungen können auf der ver.di-Website abgerufen werden.