Schock in Olpe! In den letzten Tagen wurden mehrere Schafe in der Region gerissen, und die Lage spitzt sich zu. Laut dem Landwirtschaftlichen Kreisverband Olpe wurden die Tiere „schwer zugerichtet“, was die Schafhalter zu intensiven Nachforschungen zwingt. In der Umgebung werden derzeit weitere tote Tiere gesucht, um das Ausmaß des Schadens zu ermitteln. Die Vorfälle ereigneten sich in zwei Nächten – von Mittwoch auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag. Der Zustand der Kadaver lässt auf mögliche Wolfsrisse schließen, doch eine offizielle Bestätigung steht aus. Interessanterweise kann der wissenschaftliche Nachweis für derartige Angriffe bis zu zwei Monate dauern, was die Situation für die Tierhalter zusätzlich angespannt macht. Diese fühlen sich zunehmend allein gelassen und haben das Vertrauen in die Unterstützung durch das Land verloren, wie WDR berichtet.

Umstrittenes Management

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Die Forderung nach einer Regulierung der Wolfsbestände wird lauter. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe sieht dringenden Handlungsbedarf und drängt die Politik zu stärkeren Maßnahmen. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang über den Schutz von Nutztieren durch Wölfe diskutiert. Ähnliche Vorfälle häufen sich auch in anderen Regionen: Im Elbe-Weser-Dreieck wurden Anfang März in Zeven (Landkreis Rotenburg) 400 Schafe von einer Moorweide getrieben, was zu 54 getöteten Tieren führte – trotz eines wolfsabweisenden Zauns. Auch dort waren die Halter verzweifelt, da weithin geltende Herdenschutzmaßnahmen nicht ausreichen. In Niedersachsen wurden seit Jahresbeginn bereits 178 Nutztiere gerissen, darunter 43 im Landkreis Cuxhaven, wie NDR berichtet.

Politische Reaktionen und Forderungen

Umweltminister Christian Meyer (Grüne) plant, schneller zu handeln und möchte gegebenenfalls ohne den Bund agieren. Der Schutzstatus des Wolfs steht auf der Agenda, und es wird diskutiert, ob die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und die Änderung der Regelungen im Bundesnaturschutzgesetz vorangetrieben werden sollte. Ein Schnellabschussverfahren wird in Gebieten mit häufigen Angriffen angestrebt, allerdings nur, wenn die Nutztiere gut geschützt sind. Dabei wird das Augenmerk stark auf die Identifizierung von Problemwölfen gelegt, was auch die DNA-Analyse einschließen könnte, um pauschale Abschüsse zu vermeiden, so die Position von NABU Niedersachsen.

Herdenschutz als Lösung?

Trotz der drängenden Situation wird der Herdenschutz immer wieder als effektive Maßnahme angepriesen, um solche Rissfälle zu vermeiden. Ob die Pläne von Minister Meyer und die geforderten Maßnahmen schnell zu spürbaren Veränderungen führen werden, bleibt abzuwarten. Der Dialog über den Umgang mit Wölfen in Niedersachsen wird in den kommenden Monaten sicher noch für viele Diskussionen und, so manch einer befürchtet, auch für weitere Vorfälle sorgen.