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Im Dezember 2025 wurde ein Rüde aus dem Wolf-Rudel von der Leuscheid im Kreis Olpe gesichtet, der Nutztiere riss. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Wölfe typischerweise ihre Geburtsorte verlassen, um neue Territorien zu suchen, da das Rudel nicht mehr alle Mitglieder ernähren kann. Alte Rüden stehen zudem oft unter Druck, ihre Reviere nach Kämpfen mit neuen Konkurrenten zu wechseln. Diese Situation sorgt für Besorgnis unter den Weidetierhaltern, insbesondere bei Schäfer Simon Darscheid, der das Wolfsmonitoring in Nordrhein-Westfalen als unzureichend kritisiert. Er fordert eine schnellere Entnahme problematischer Wölfe durch die Aufnahme der Tiere ins Jagdrecht. Darscheid betont, dass lediglich Wölfe, die sich auf Herdentiere spezialisieren, entnommen werden sollten, während die generelle Jagd auf Wölfe nicht befürwortet wird.

Achim Baumgartner vom BUND hingegen hebt die wichtige Rolle der Wölfe im Ökosystem hervor und sieht die Jagdgesetzänderung als nicht hilfreich an. Er plädiert dafür, Herdenschutzmaßnahmen zu verstärken und die Bestandslenkung durch Berufsjäger vorzunehmen, anstatt durch Jagd. Auch Elisabeth Trimborn von der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg äußert sich zu dem Thema und sieht das neue Jagdgesetz als Grundlage für die schnelle Entnahme von Problemwölfen. Sie fordert jedoch die Zustimmung des Bundesrats, um die Regelungen in Kraft zu setzen. Der Deutsche Jagdverband hat zudem vorgeschlagen, 40 Prozent des jährlichen Nachwuchses in der Zeit von Juli bis Oktober zu entnehmen, um die Sozialstruktur der Rudel zu wahren.

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Aktuelle Entwicklungen im Wolfsmanagement

Am 04. März 2026 wird der Bundestag über die Änderungen des Jagd- und Naturschutzgesetzes entscheiden. Der Wolf soll ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden, was auf breite Diskussionen stößt. Der WWF kritisiert, dass viele fachliche Einwände aus der öffentlichen Anhörung ignoriert wurden. Weidetierhalter lehnen anlasslose Jagd ab und fordern mehr Unterstützung beim Herdenschutz. Dr. Sybille Klenzendorf vom WWF Deutschland warnt, dass anlasslose Jagd die Risszahlen nicht senken, sondern sogar erhöhen könnte. Statistiken zeigen, dass trotz einer wachsenden Wolfspopulation die Zahl der Übergriffe im Jahr 2024 um 25 Prozent gesenkt werden konnte. Dennoch wird ein dringender Bedarf an effektiven Herdenschutzmaßnahmen festgestellt, da viele Bundesländer hier unzureichend und bürokratisch fördern.

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Der Gesetzentwurf von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, der am 05. März 2026 vorgestellt wurde, zielt darauf ab, den Schutz von Weidetieren zu verbessern und präventive Herdenschutzmaßnahmen zu stärken. Das neue Gesetz ermöglicht ein regionales Bestandsmanagement in Gebieten mit hoher Wolfsdichte und erlaubt die rechtssichere Entnahme von Wölfen, wenn Herdenschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Dies könnte besonders in Regionen wie den Alpen von Bedeutung sein, wo die Bedingungen für Herdenschutz oft unzumutbar sind. Die Jagdzeit wird auf den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober festgelegt. Auch die Überprüfung der Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen sowie ein Bericht an den Bundestag zur Evaluierung der Regelungen sind Teil des Gesetzentwurfs.

Ausblick und Herausforderungen

In Deutschland leben derzeit 219 Wolfsrudel, hauptsächlich in den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Die Wolfsbestände in Europa sind von 11.200 im Jahr 2012 auf über 20.300 im Jahr 2023 gestiegen. Dennoch bleibt die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Wölfe und den Interessen der Weidetierhalter zu finden. Der WWF fordert klare Regeln zur schnellen Entnahme problematischer Einzeltiere, da derzeit die Genehmigung zur Entnahme oft Wochen dauern kann. Ein rechtssicheres und europarechtskonformes Wolfsmanagement bleibt eine zentrale Forderung in der Debatte um den Wolf in Deutschland.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen rund um das Wolfsmanagement in Deutschland und die aktuellen gesetzlichen Regelungen, können Sie die detaillierten Berichte unter ksta.de, wwf.de sowie bmleh.de nachlesen.