In den letzten Tagen haben die Einwohner von Ostwestfalen mit erheblichen Einschränkungen im Busverkehr zu kämpfen. Der Grund dafür ist die Insolvenz der Lippstädter Firma Bernie Reisen GmbH, die am 10. September 2025 vom Amtsgericht Paderborn offiziell bekannt gegeben wurde. Dies hat direkte Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr, insbesondere in den Kreisen Paderborn und Höxter. Zahlreiche Fahrten, die durch Bernie Reisen als Subunternehmer der Busverkehr Ostwestfalen GmbH (BVO) übernommen wurden, fallen nun aus. Rund 20 Busse sowie das dazugehörige Personal stehen nicht mehr zur Verfügung, was zu einem spürbaren Engpass im Verkehrsangebot führt. So berichtete T-Online über die aktuelle Lage und die Herausforderungen, vor denen die Verkehrsunternehmen stehen.

Rechtsanwalt Frank M. Welsch wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Dies bedeutet, dass über die Vermögenswerte des Unternehmens nur mit dessen Zustimmung verfügt werden darf. Die BVO sowie der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter (nph) arbeiten fieberhaft daran, kurzfristige Lösungen zu finden. Sie haben bereits Busse aus anderen Niederlassungen in die Region verlagert und versuchen, Fahrerinnen und Fahrer des insolventen Unternehmens zu übernehmen. Dennoch müssen die Fahrgäste mit weiteren Einschränkungen im Schul- und Linienverkehr rechnen, und das nicht nur für die kommenden Tage, sondern wahrscheinlich auch für Wochen.

Fachleute arbeiten an Lösungen

Die Situation ist angespannt: Fachleute sind bereits damit beschäftigt, neue Strategien zu entwickeln, um die Auswirkungen der Insolvenz möglichst gering zu halten, verrät auch eine Pressemitteilung des Kreises Paderborn. Der nph-Geschäftsführer Marcus Klugmann entschuldigt sich bei den Fahrgästen für die aktuellen Unannehmlichkeiten und empfiehlt, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Fahrpläne zu informieren. Infos dazu finden interessierte Fahrgäste im Download-Bereich auf www.fahr-mit.de.

Das Serviceteam der „fahr mit“-mobithek steht ebenfalls parat und beantwortet Fragen zu Fahrplänen und Tarifen. Wer mehr Informationen benötigt, kann unter 05251/2930400 Kontakt aufnehmen. Das Team ist montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr persönlich erreichbar, samstags von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Telefonisch ist das Serviceteam rund um die Uhr verfügbar, sodass niemand im Dunkeln stehen bleibt.

Insolvenzen in Deutschland

Ein Blick auf die übergeordnete Situation zeigt, dass die Insolvenz von Bernie Reisen in einen größeren Trend passt. Laut Statista sind Insolvenzen in Deutschland gestiegen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 17.814 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Nordrhein-Westfalen, wo sich auch Ostwestfalen befindet, hat leider die höchste Zahl an Insolvenzen. Dies lässt sich nicht nur auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zurückführen, sondern auch auf die allgemeinen Bedingungen in der Branche. Insbesondere die Dienstleistungssektoren sind stark betroffen und stellen 59 % der Insolvenzen.

Diese Entwicklung ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen schmerzhaft, sondern auch für die Beschäftigten. Mehr als 320.000 Arbeitsplätze werden geschätzt durch insolvente Unternehmen im Jahr 2024 verloren gehen. Daher ist der Dienst am Kunden in dieser herausfordernden Zeit besonders wichtig. Die Verkehrsunternehmen stehen vor der Aufgabe, die Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig versuchen, die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.