Traurige Nachrichten aus der Bildungslandschaft: Am 7. Februar 2026 verstarb Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volker Ronge, ein hochgeschätzter Hochschullehrer und ehemaliger Rektor der Bergischen Universität Wuppertal, im Alter von 83 Jahren nach einer langen und schweren Krankheit. In seiner langen Karriere hat Ronge dazu beigetragen, das akademische Profil seiner Universität entscheidend mitzugestalten und internationale Beziehungen zu fördern.

Der gebürtige Schlesier, der in Oldenburg aufwuchs, studierte Politische und Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er knackte im Jahr 1972 das Diplom in Politologie, promovierte 1976 und habilitierte sich 1980. Sein Weg führte ihn über verschiedene Stationen, unter anderem als Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Infratest, bevor er 1982 als Professor für Allgemeine Soziologie an die Bergische Universität berufen wurde. Von 1991 bis 1999 war er Prorektor und ab 1999 bis 2008 Rektor der Universität. In dieser Zeit stellte er die Universität auf eine neue Grundlage und half maßgeblich beim Aufbau eines passgenauen Profils, als die Hochschule eine schwierige Phase durchlebte. Bei der Amtsübergabe 2008 an seinen Nachfolger Prof. Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch äußerte Ronge stolz, dass er mit gutem Gewissen gehen könne, da er wichtige Grundlagen für das Wachstum der Universität gelegt hatte.

Ein Engagement für internationale Beziehungen

Sein Herz schlug nicht nur für die Hochschule in Wuppertal, sondern auch für die internationalen Beziehungen. Ronge hatte ein besonderes Verhältnis zu Russland und lehrte am Europainstitut der Technischen Universität Kaliningrad. Das Engagement in Osteuropa war ihm ein wichtiges Anliegen; er veranstaltete Sommer- und Winterschulen in Russland und Weißrussland und setzte sich aktiv für Hochschulpartnerschaften ein. Das belastende geopolitische Geschehen, besonders der Krieg Russlands gegen die Ukraine, ging nicht spurlos an ihm vorbei. Prof. Dr. Birgitta Wolff, die heutige Rektorin der Bergischen Universität, würdigte Ronges Verdienste um die internationale Zusammenarbeit und die Universität insgesamt, was zeigt, wie wichtig sein Beitrag für die akademische Gemeinschaft war.

Die alljährlich gemeinsam von RGA und Solinger Tageblatt durchgeführte Vortragsreihe, in der Ronge als Referent aktiv war, wird in diesem Jahr fortgeführt und erinnert an sein umfangreiches Engagement.

Wichtige Auszeichnungen und Anerkennungen

Ronges Verdienste blieben nicht unbemerkt. Er wurde von mehreren Universitäten mit Ehrendoktorwürden ausgezeichnet, unter anderem von der Technischen Universität Košice und der Belarussischen Staatlichen Universität für Informations-Technologien und Radioelektronik in Minsk. 2003 erhielt er zudem die „Goldene Schwebebahn“, verliehen vom Stadtverband der Bürger- und Bezirksvereine in Wuppertal, für sein herausragendes Engagement in der Hochschulbildung.

Sein Wirken zeigt eindrücklich, wie wichtig die Internationalisierung von Hochschulen ist. Die Hochschulrektorenkonferenz betont immer wieder, dass eine Hochschule der Zukunft transnational sein muss. Ronge verkörperte diesen Gedanken in seiner Arbeit, in der er das internationale Profil der Bergischen Universität schärfte und die deutsche Wissenschaftspräsenz im Ausland stärkte.

Die Universitätsgemeinschaft und viele Wegbegleiter drücken ihr tiefes Mitgefühl für Ronges Familie und Freunde aus und werden sein Erbe weiterhin in Ehren halten. Sein Lebenswerk und seine Visionen für die weltweite Hochschulbildung werden nicht nur an der Bergischen Universität fortgeführt, sondern auch in der breiteren akademischen Gemeinschaft geschätzt.