Die Spannungen im Gazastreifen nehmen eine neue Wendung. Am 9. November 2025 hat die Hamas die Leiche des vor über einem Jahrzehnt verschleppten israelischen Soldaten Hadar Goldin an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Diese Nachricht bringt neue Hoffnung und zugleich Fragen über die weiteren Entwicklungen in der Region mit sich, wie radioerft.de berichtet.
Hadar Goldin war während des Gaza-Kriegs am 1. August 2014 inmitten einer humanitären Waffenruhe verschleppt worden. Seine Leiche wurde seitdem im Gazastreifen festgehalten. Die israelische Armee hat die Übergabe an das IKRK bestätigt und informiert, dass der Sarg auf dem Weg zu israelischen Truppen ist. Ob es sich tatsächlich um Goldins Überreste handelt, wird durch eine forensische Untersuchung in Israel geklärt werden.
Ein komplizierter Deal
Im Hintergrund dieser Übergabe steht ein möglicherweise komplexer politischen Deal. Berichten zufolge forderte die Hamas im Gegenzug für die Überlassung von Goldins Leiche, dass Dutzende Hamas-Terroristen, die sich in einem von Israel kontrollierten Gebiet in einem Tunnel befinden, freigelassen werden. Generalstabschef Ejal Zamir stellte hingegen klar, dass es keinen Deal in dieser Angelegenheit gebe. Er betonte, die gefangenen Terroristen müssten sich ergeben, andernfalls würden sie „ausgeschaltet“.
Die Hamas, die im Jahr 1987 gegründet wurde und eine militärische Komponente, die al-Qassam-Brigaden, hat, regiert seit 2007 den Gazastreifen eigenständig. Zunächst wurde die Organisation von Israel unterstützt, um die seculäre Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) ins Abseits zu drängen. Diese Unterstützung währte jedoch nicht lange, denn die Beziehungen zu Israel haben sich seitdem drastisch verschlechtert.
Ein Rückblick auf die Konflikte
Die Hamas war immer wieder in Konflikte mit Israel verwickelt, darunter Kriege in den Jahren 2008-09, 2012, 2014, 2021 und der anhaltende Konflikt, der am 7. Oktober 2023 begann. Der jüngste große Angriff führte zu fast 1.200 israelischen Toten und zahlreichen Geiselnahmen. Die militärischen Gegenmaßnahmen Israels hatten verheerende Auswirkungen auf Gaza, wo Berichten zufolge über 70.000 Palästinenser ums Leben kamen. Diese tragischen Zahlen unterstreichen das Ausmaß der humanitären Tragödie, die sich dort entfaltet hat.
Aktuell steht die Hamas vor enormen Herausforderungen. Neben dem Druck durch die internationale Gemeinschaft sieht sich die Organisation mit finanziellen Schwierigkeiten und dem Streben nach interner Stabilität konfrontiert. Dennoch hat sie auch ein Netzwerk von sozialen Dienstleistungen etabliert, das ihrer Unterstützung in der Bevölkerung zugutekommt.
In dieser angespannten Lage äußert die Hamas, dass Kapitulation für sie keine Option sei und fordert internationale Vermittler auf, einen Kompromiss zu finden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden und die Waffenruhe aufrechtzuerhalten. Diese Personalsituation bleibt also auf der Agenda für die kommenden Wochen und Monate, während der Konflikt im Gazastreifen weiterhin viele Fragezeichen aufwirft.