Die Vorfreude auf den Frühling wird in Nordrhein-Westfalen (NRW) durch die Ankündigung von landesweiten Streiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) getrübt. Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag, den 16. März, und Dienstag, den 17. März 2026, zu einem Warnstreik aufgerufen. Am ersten Streiktag legen Beschäftigte in den Verwaltungen und Kundenzentren der Nahverkehrsunternehmen die Arbeit nieder. Am Dienstag wird der Fahrdienst betroffen sein, was bedeutet, dass Busse und Straßenbahnen von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht stillstehen werden. Besonders betroffen sind auch die Stadtwerke Bonn (SWB) und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) [Quelle].
Doch nicht nur diese beiden Tage sind von Streiks betroffen. Bereits am 6. März 2026 fanden Warnstreiks in der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft und weiteren Unternehmen statt, gefolgt von einem Streik bei der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) am 9. März. Die nun anstehenden Proteste sind Teil eines größeren Streikplans, der in den kommenden Tagen auch in anderen Städten wie Münster und Bielefeld weitergeht. Insgesamt sind über 30 Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten in NRW betroffen. Die Streiks dauern üblicherweise vom Betriebsstart bis zum Betriebsende in der Nacht auf den Folgetag.
Hintergrund der Streiks
Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen Schichten. Darüber hinaus wird ein Zuschlag von mindestens 40 Prozent für Sonntagsarbeit gefordert. Die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag sind bisher ohne Ergebnis geblieben, da die Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat [Quelle].
Die bevorstehenden Warnstreiks sind Teil einer bundesweiten Streikaktion im kommunalen Nahverkehr, die am 27. und 28. Februar 2026 bereits stattfand. An diesen Tagen fuhren in zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen ganztägig keine Busse und Bahnen. Diese Aktionen zielen darauf ab, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu schaffen. Die erste Verhandlungsrunde endete ohne ein Angebot von Seiten der Arbeitgeber, und ähnliche Auswirkungen werden für die Streiktage im März erwartet.
Einfluss auf Pendler und Alternativen
Für Pendler könnte die Situation in den kommenden Tagen herausfordernd werden. Am Dienstag, den 17. März, werden die Einschränkungen im Nahverkehr voraussichtlich massiv sein. Busse und Straßenbahnen in ganz NRW werden weitgehend stillstehen. S-Bahnen und Regionalzüge bleiben jedoch unberührt, sodass Pendler auf den Schienenverkehr der Deutschen Bahn oder anderer Anbieter ausweichen können. Eine Studie von Verdi und der Klimaallianz Deutschland belegt zudem die hohen Belastungen durch Schichtarbeit im Fahrdienst im Vergleich zu anderen Branchen, was die Dringlichkeit der Forderungen unterstreicht [Quelle].