Am 24. März 2026 fand in Oberembt ein aufschlussreicher Vortrag über die Asiatische Hornisse statt, gehalten von der erfahrenen Imkerin und Wespenjägerin Gaby Kahl. Kahl, die seit über 15 Jahren imkerisch tätig ist und den Bienenzuchtverein in Elsdorf leitet, warnte eindringlich vor der invasiven Art. Ihr Vortrag richtete sich an ein interessiertes Publikum und hatte das Ziel, auf die Gefahren der Asiatischen Hornisse für die heimische Insektenwelt und die Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Kahl, die seit 2022 auch als Wespenberaterin tätig ist, berichtete, dass die Hornisse 2004 wahrscheinlich nach Frankreich eingeschleppt wurde und seit 2014 in Deutschland gesichtet wird. Im Rhein-Erft-Kreis sind seit 2021 vermehrt Meldungen über diese Art eingegangen.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist leicht an ihrer orange-schwarzen Färbung und den gelben Füßen zu erkennen. Sie fliegt leiser als die heimische Hornisse, was ihre Entdeckung erschwert. Kahl betonte, dass die Hornisse in der Nähe ihres Nests aggressiver auftritt und Nester bis zu einem Meter hoch bauen kann. Besonders besorgniserregend ist ihr Fressverhalten, da sie Bestäuber wie Wild- und Honigbienen angreift und in Deutschland keine natürlichen Feinde hat. In Frankreich hat die Hornisse bereits zu Ernteproblemen geführt, insbesondere in der Landwirtschaft und bei der Weinernte.
Erkennung und Lebensweise
Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich von der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) nicht nur durch ihre dunklere Färbung, sondern auch durch das gelb-orange Muster, das nur im letzten Drittel des Hinterleibs zu finden ist. Ihr schwarz-brauner Brustbereich und das gelbe Gesicht mit orange-gelber Stirnzeichnung sind weitere Merkmale. Zudem ist sie kleiner als die Europäische Hornisse und wird auch als Asiatische Gelbfuß-Hornisse bezeichnet. Diese Unterschiede sind wichtig, da die Europäische Hornisse nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) in Deutschland geschützt ist, während die Asiatische Hornisse nicht unter diesen Schutz fällt.
Das Hornissenjahr beginnt im Frühjahr, wenn die befruchteten Jungköniginnen nach einem geeigneten Nestplatz suchen. Gründungsnester werden häufig bodennah, unter Dächern oder in Hecken angelegt. Die Entwicklung der Arbeiterinnen erfolgt nach der Eiablage durch die Königin, und etwa 70% der Primärnester entwickeln sich im Sommer zu Sekundärnestern, die mehrere Tausend Hornissen beherbergen können. Im Herbst schlüpfen dann die Geschlechtstiere, und die Jungköniginnen suchen Überwinterungsplätze. Nester werden im folgenden Jahr nicht wieder besiedelt.
Die Notwendigkeit von Wespenjägern
Gaby Kahl riet dazu, Nester der Asiatischen Hornisse sofort zu melden und gab Tipps zur Bekämpfung, wie die Verwendung von Fallen mit einer Mischung aus Bier, Wein und süßem Sirup. Da die Hornisse bald wieder mit dem Nestbau beginnt, wurde die Notwendigkeit betont, mehr Wespenjäger auszubilden, um der Ausbreitung dieser invasiven Art entgegenzuwirken. Im Jahr 2016 wurde die Asiatische Hornisse von der Europäischen Kommission auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt, was die Dringlichkeit der Maßnahmen unterstreicht. Ab März 2025 wird sie in Deutschland als „etabliert“ geführt, was bedeutet, dass keine Bekämpfungspflicht mehr besteht. Ein Managementplan soll jedoch weiterhin die negativen Auswirkungen auf Biodiversität und Imkerei minimieren.
Insgesamt ist die Situation rund um die Asiatische Hornisse äußerst komplex. Die Ausbreitung in Deutschland zeigt, dass die Art vor allem im Westen des Landes bereits weit verbreitet ist, während Einzelfunde auch in Hamburg dokumentiert wurden. Mit der Veröffentlichung einer Verbreitungskarte für 2024 durch die Universität Hohenheim wird die Einschätzung und das Management dieser invasiven Spezies weiter unterstützt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die heimische Biodiversität zu schützen.
Für weiterführende Informationen und zur Meldung von Nests können Interessierte auf die offizielle Webseite des Umweltbundesamtes zurückgreifen.





