Oberbürgermeisterin Simone Borris von der Stadt Magdeburg und Stadtratsvorsitzender Wigbert Schwenke haben in einem offenen Brief an Ministerpräsident Reiner Haseloff dringende Unterstützung für den bevorstehenden Weihnachtsmarkt gefordert. Der Zeitdruck ist beträchtlich, denn der Marktaufbau läuft bereits und viele Händler sind auf den Markt angewiesen, um ihre Existenzen zu sichern. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes ist für den 20. November geplant, doch es gibt erhebliche Bedenken seitens des Landesverwaltungsamtes, die eine Genehmigung momentan verhindern. Wie Radio Erft berichtet, können die Behörden aufgrund der Sicherheitsrisiken, die mit der Veranstaltung verbunden sind, keine Zustimmung zum Sicherheitskonzept geben.

Die Sicherheitslage ist ein zentraler Punkt, da der Weihnachtsmarkt als potenzielles Ziel für Anschläge gilt. Vor einem Jahr ereignete sich ein tragischer Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt, bei dem sechs Menschen starben und über 300 verletzt wurden. Der Gerichtsprozess gegen den mutmaßlichen Täter aus Saudi-Arabien hat inzwischen begonnen. Frau Borris äußerte in diesem Zusammenhang, dass die Schließung des Marktes nicht nur wirtschaftliche Folgen hätte, sondern auch die Stadtgesellschaft nachhaltig beeinflussen würde. „Ein dauerhafter Ausfall des Marktes wäre eine Kapitalisation der Stadtgesellschaft“, warnte sie, wie auch MDR berichtete.

Sicherheitsbedenken und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Stadt Magdeburg sieht sich von der Kommunalaufsicht gezwungen, die Marktfestsetzung und das Sicherheitskonzept zurückzustellen, sodass die Verantwortung für den Terrorschutz nicht vollständig übernommen werden kann. Borris betont, dass es dringend landeseinheitliche und rechtssichere Regelungen für Großveranstaltungen braucht. Der Stadtrat unterstützt ihre Position und hat ebenfalls einen offenen Brief an die Landesregierung verfasst, in dem sie ihre Argumente unterbreiten. Wie die Oberbürgermeisterin hofft auch der Stadtrat auf Gespräche mit dem Land Sachsen-Anhalt, um eine Lösung für den Weihnachtsmarkt zu finden.

Die Oberbürgermeisterin bleibt vorsichtig optimistisch und appelliert, dass nun Gespräche mit dem Land stattfinden müssen. Sie wünscht sich ein „gutes Händchen“ bei der Lösung des Problems, und in den nächsten Tagen bleibt abzuwarten, ob ihre Bemühungen fruchten werden. Im Gespräch mit den Medien brachte sie ihre Gedanken auch bei den Opfern und Hinterbliebenen des Anschlags zum Ausdruck, die nach wie vor im Gedächtnis der Stadt verankert sind.

Angesichts der Umstände ist es bemerkenswert, wie wichtig der Weihnachtsmarkt für das soziale und wirtschaftliche Leben der Stadt ist. Der Druck, eine Lösung zu finden, wächst und die Zeit läuft, sodass weihnachtliche Vorfreude bald wieder für alle sichtbar sein könnte – vorausgesetzt, die Sicherheitsbedenken können rechtzeitig ausgeräumt werden.