Es ist erschreckend, aber die Zahlen sprechen für sich: Jährlich sterben in Deutschland rund 126.000 Menschen an koronaren Herzerkrankungen. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, begann gestern im Neusser Sparkassen-Forum die Auftaktveranstaltung der Herzwochen 2025/26. Dr. Ashalley Vardon-Odonkor, Oberarzt im Lukaskrankenhaus, erläuterte den Anwesenden, wie sich koronare Herzerkrankungen entwickeln und welche widrigen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen – ein besorgniserregender Trend, der nicht ignoriert werden kann.

Die Koronararterien, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen, können durch Ablagerungen verstopfen. Diese Ablagerungen führen über Jahre hinweg zu einer schleichenden Verschlechterung der Herzgesundheit. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen, was unter anderem an nur schwer änderbaren Risikofaktoren wie Geschlecht und Alter liegt. Glücklicherweise können Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht beeinflusst werden.

Herzinfarkt: Schnelles Handeln ist gefragt

Die Symptome eines Herzinfarkts sind vielfältig und sollten niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Unwohlsein, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und ein Schwächegefühl können die Vorboten eines ernsthaften Problems sein. Dr. Marc Zellerhoff, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, betont eindringlich die Notwendigkeit, bei den ersten Anzeichen sofort den Notruf 112 zu wählen. Die sofortige Versorgung kann entscheidend sein – der Rettungswagen kommt sogar mit einer mobilen Intensivstation. Ein großer Vorteil: Sollte sich der Verdacht nicht bestätigen, fallen keine Kosten an.

Die Herzwochen rufen dazu auf, sich aktiv mit der eigenen Herzgesundheit auseinanderzusetzen. Der Präsident der Deutschen Herzstiftung, Carlos Correia de Freitas, empfiehlt, auch nach einem Herzinfarkt keine Angst vor Bewegung zu haben. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking können nicht nur das Herz stärken, sondern auch Glückshormone ausschütten, die das Wohlbefinden steigern.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Die koronare Herzkrankheit (KHK), eine der häufigsten Herzerkrankungen weltweit, zeigt sich oft zunächst durch Angina Pectoris – also anfallsartige Schmerzen im Brustbereich, die auch in Rücken, Arme und Kiefer ausstrahlen können. Dies geschieht, wenn die Herzkranzgefäße durch Kalkablagerungen verengt werden. Unbehandelt kann die KHK schwerwiegende Folgen haben, darunter Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und im schlimmsten Fall Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod.

Zur Diagnose kommt eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, Anamnese, Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Herz-Ultraschall und Herzkatheter-Untersuchungen zum Einsatz. Letzteres ermöglicht es, die Engstellen sichtbar zu machen und gegebenenfalls sofort zu behandeln, sei es durch Ballondilatation, Stent-Implantation oder Bypass-Operationen.

Gesunde Lebensweise als Schlüssel

Die wichtigste Waffe gegen Herzerkrankungen bleibt jedoch der Lebensstil. Wer raucht, sollte damit aufhören, Übergewicht abbauen und auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Regelmäßige Bewegung – ob beim flotten Gehen, Laufen, Tanzen oder Krafttraining – ist unerlässlich für die Herzgesundheit. Laut nds.de kann Ausdauersport die Prognose bei KHK deutlich verbessern.

Die Herzwochen bieten eine Plattform, um das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen und gleichzeitig präventive Maßnahmen ins Leben zu rufen. Es liegt an uns, die eigene Herzgesundheit in die Hand zu nehmen.

Für weitere Informationen zu den Herzwochen und zur koronaren Herzkrankheit besuchen Sie bitte die Webseite RP Online und NDR.