Am 13. März 2026 hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Rhein-Kreises Neuss die Boden- und Immobilienwerte für 2026 beschlossen. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet die umfassende Auswertung des Immobilienmarktes im Jahr 2025. Ziel der Veröffentlichung des Grundstücksmarktberichts ist es, Transparenz für Sachverständige und Bürger zu schaffen. Der Vorsitzende Michael Fielenbach und die Geschäftsstellenleiterin Kathrin Richartz Pérez übergaben das erste Exemplar des Berichts an Landrätin Katharina Reinhold.

Der Immobilienmarkt im Rhein-Kreis Neuss zeigt 2025 eine erkennbare Belebung. Die Transaktionen stiegen um 11 Prozent gegenüber 2024, was zu einem Gesamtumsatz von 1,06 Milliarden Euro führte – ein Plus von 14 Prozent. Besonders im Bereich unbebauter Grundstücke für individuellen Wohnungsbau wurde ein Umsatzplus von 14 Prozent verzeichnet. Gleichzeitig sind die Bodenrichtwerte für Wohnbauland in Randlagen von Grevenbroich, Korschenbroich und Dormagen gestiegen, während sie in Kaarst, Meerbusch, Jüchen und Rommerskirchen stagnieren.

Details zu den Bodenrichtwerten

Im Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke wurden 16,6 Millionen Euro mit etwa 151 Hektar umgesetzt. Die Bodenrichtwerte für Ackerland stiegen um 50 Cent pro Quadratmeter, mit Ausnahme von Grevenbroich und Rommerskirchen. Die Bodenrichtwerte liegen nun zwischen 10,50 Euro pro Quadratmeter in Grevenbroich und Meerbusch und 12 Euro pro Quadratmeter in Kaarst und Jüchen. Für Grünland und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke bleiben die Werte unverändert bei 6,50 Euro pro Quadratmeter und 1 Euro pro Quadratmeter.

Überraschend ist der Marktanteil der bebauten Grundstücke, der fast 50 Prozent erreicht, mit einem Umsatzplus von 35 Millionen Euro. Die Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen bei 340.000 Euro in Jüchen, 440.000 Euro in Korschenbroich und 760.000 Euro in Meerbusch. Der Geldumsatz im Wohnungs- und Teileigentum beträgt etwa 261 Millionen Euro, was einem Plus von 23 Prozent entspricht. Diese Entwicklungen zeigen ein steigendes Interesse und ein gefestigtes Preisgefüge, besonders in Randlagen mittelpreisiger Gebiete.

Einblicke in die Datenerhebung

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Kreis Neuss ist verantwortlich für die Sammlung und Auswertung aktueller Daten zum Grundstücksmarkt. Er erstellt nicht nur Immobilienmarktberichte, sondern gibt auch Bodenrichtwerte aus, die für Immobilienbewertungen wichtig sind. Dazu erhält der Ausschuss Kopien aller Kaufverträge aus der Region und analysiert diese. Die gewonnenen Informationen werden in regelmäßigen Immobilienmarktberichten veröffentlicht, die öffentlich zugänglich sind und eine transparente Übersicht über den lokalen Immobilienmarkt bieten. Weitere Dienstleistungen umfassen Mietwertübersichten und Gutachten zu Verkehrswerten.

Ausblick auf den Immobilienmarkt

Die Fachleute erwarten, dass die gesamtwirtschaftliche Situation und der Arbeitsmarkt auch weiterhin einen Einfluss auf den Immobilienmarkt haben werden. Einflussfaktoren sind unter anderem gesetzliche Anforderungen, Kapitalmarktzinsen und die Entwicklung der Baukosten. Schnelle Vermarktungen sind derzeit nicht erkennbar, und zukünftige kommunale Wärmeplanungen sind noch nicht berücksichtigt. Interessierte können alle Informationen im amtlichen Informationssystem der Gutachterausschüsse in NRW unter www.BORIS.nrw.de einsehen.

Zusätzlich wird der Immobilienmarktbericht Deutschland 2025, der im Dezember 2025 veröffentlicht wird, wichtige Ergebnisse der Berichtsjahre 2023 und 2024 enthalten. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat ein neues Dashboard entwickelt, das interaktive Karten und Diagramme zu Kaufpreisen, Geldumsätzen und Transaktionszahlen von Wohnimmobilien bietet. Diese Daten basieren auf Kaufpreissammlungen, die gemäß § 195 BauGB geführt werden und anonymisiert in die Kaufpreissammlung übernommen werden. Notarielle Stellen sind verpflichtet, Abschriften von Kaufverträgen an die zuständigen Gutachterausschüsse zu übermitteln, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Immobilienmarktes weiter erhöht.