Am Samstag, dem 3. Juli 2025, wird im Neusser Stadtteil Weckhoven ein ganz besonderes Event stattfinden: Der BV Weckhoven lädt zum zehnten Mal zu seinem internationalen Inklusions-Fußballturnier ein. Im Sportzentrum an der Karl-Goerdeler-Straße sind insgesamt rund 350 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern willkommen geheißen, um gemeinsam den Inklusionsgedanken zu feiern. Mit dabei sind 27 Mannschaften aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, was zeigt, wie groß das Interesse an inklusiven Sportevents ist. Hermann Gröhe, ehemaliger Bundesminister für Gesundheit, hat die Schirmherrschaft übernommen und setzt damit einen wichtigen Akzent auf die Bedeutung von Inklusion im Sport. Die Spiele werden in drei unterschiedlichen Leistungsstufen ausgetragen und richten sich an Sportlerinnen und Sportler im Alter von sieben bis 40 Jahren, unabhängig von etwaigen körperlichen oder geistigen Handicaps.
Schließlich steht neben dem sportlichen Wettbewerb der inklusive Gedanke im Mittelpunkt, was im modernen Sport zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sollte nicht jeder die Möglichkeit haben, gemeinsam zu spielen und Spaß zu haben? Zuschauer können sich während des Turniers auf zahlreiche Attraktionen freuen, wie Hüpfburgen, Torwandschießen, Fotoboxen und eine Tombola, die sicher für ausgelassene Stimmung sorgen werden. Die Wetterprognosen sind ebenfalls positiv, was dem gelingenden Event zusätzlich einen Schub verleiht.
Vielfalt der Teilnehmer
Das Turnier hat sich durch die Einbeziehung einer neuen Mannschaft, dem SV Bedburdyck-Gierath, noch bunter gestaltet. Auch Vereine wie TuB Mussum, SV Beeckerwerth, SSV Buer und Alemannia Pfalzdorf treten in diesem Jahr an. Die Spiele finden in zwei Altersklassen statt: U 16 und Ü 16. Besonders erfreulich ist, dass jeder Spieler und jede Spielerin ein kleines Präsent erhält, um die Teilnahme wertzuschätzen. Abteilungsleiterin Katja Thinius hat den festen Wunsch geäußert, auch in Zukunft solche inklusiven Turniere zu veranstalten und weitere Inklusionsmannschaften einzuladen, um die Bewegung voranzutreiben.
Inklusion im Sport wird in Deutschland immer wichtiger. Das Konzept zielt darauf ab, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am sportlichen Leben zu fördern. Ein Ansatz, der über das reine Spielen hinausgeht: Die positiven Auswirkungen sportlicher Aktivitäten auf das körperliche und psychische Wohlbefinden sind unumstritten. Wie das Portal bpb unterstreicht, kann gemeinsames Sporttreiben dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Akzeptanz in der Gesellschaft zu fördern.
Der Weg zur umfassenden Inklusion
Trotz dieser Fortschritte ist der Weg zur vollständigen Inklusion im Sport noch weit. Statistiken zeigen, dass nur etwa 13% der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet werden. Um die UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 umzusetzen, die die gleichberechtigte Teilnahme an Sportaktivitäten fordert, sind viele strukturelle Veränderungen nötig.
Die Herausforderungen sind nicht gering: Viele Menschen mit Behinderungen haben Schwierigkeiten, Mitglied in Sportvereinen zu werden, was die Umsetzung von inklusiven Sportangeboten erschwert. Aktivismus und Engagement von Vereinen wie dem BV Weckhoven sind deshalb essenziell. Die Mitglieder, egal ob mit oder ohne Behinderung, treffen sich nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Gemeinschaft und fördern damit ein Klima der Toleranz und sozialen Interaktion im Sport.
So wird das große Fußballfest am kommenden Samstag nicht nur zu einem sportlichen Highlight, sondern auch zu einem Schritt auf dem Weg zu mehr Verständnis und Miteinander in der Gesellschaft. Inklusion ist mehr als ein Wort – es ist eine Haltung, die gelebt werden will.
Weitere Informationen zum Turnier finden Sie auf den Webseiten von RP Online, FVN und bpb.





