Die Gemeinde Rommerskirchen setzt ein bemerkenswertes Zeichen in der regionalen Energieversorgung. Ab sofort können auch die Bürgerinnen und Bürger in Grevenbroich von dem erweiterten Ökostrom-Angebot profitieren. Dieses Projekt wird als Leuchtturm für die regionale Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen angesehen. Der Rhein-Kreis Neuss zieht ebenfalls Nutzen aus dieser Initiative, die das Ziel verfolgt, die regionale Energieerzeugung und -verbrauch zu fördern sowie die lokale Wertschöpfung zu unterstützen. Bürgermeister Dr. Martin Mertens hebt die Tragfähigkeit und Zukunftsweisendheit des Modells hervor, das Rommerskirchen zur ersten Kommune in NRW macht, die ein solches Konzept umsetzt. Privathaushalte in Rommerskirchen und Grevenbroich haben die Möglichkeit, unkompliziert auf den regionalen Ökostrom umzusteigen.
Das Besondere am Rommerskirchen-Strom ist, dass er zu 100 % aus zertifiziertem Ökostrom stammt, der aus regionalen erneuerbaren Anlagen erzeugt wird. Das Landwirtschaftsmuseum in Grevenbroich nutzt bereits diese nachhaltige Stromquelle, während das Kreishaus Grevenbroich für die Regio-Energy Rommerskirchen einspeist. Lokale Erzeuger erneuerbarer Energien profitieren von fairen Rahmenbedingungen und einer steigenden regionalen Nachfrage.
Ein neuer lokaler Energiemarkt
Zusätzlich zur bereits bestehenden Initiative haben die Gemeinde Rommerskirchen und die Westenergie AG Verträge für den ersten lokalen Energiemarkt in Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. Dieser soll Ende des Jahres starten und den Tarif „RegioEnergie Rommerskirchen“ anbieten. Hierbei können die Bürgerinnen und Bürger 100 Prozent zertifizierten Ökostrom aus der Region beziehen. Der lokale Ökostrom wird aus regionalen Solaranlagen sowie Windkraft- und Photovoltaikanlagen erzeugt. Das Unternehmen Bayernwerk Regio Energie wird für die Abwicklung und Vermarktung des Stroms verantwortlich sein. Weitere Energieerzeuger aus der Nähe sind eingeladen, sich zu beteiligen, idealerweise mit einer Leistung über 100 kWp. Westenergie plant in den kommenden Wochen, die Detailarbeiten zum regionalen Strommarkt abzuschließen. Interessierte Bürger können sich bei Florian Plück unter strukturwandel@rommerskirchen.de informieren.
Ein Schritt in Richtung Klimaneutralität
Diese Entwicklungen sind Teil einer größeren Strategie, die das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie in Nordrhein-Westfalen verfolgt. Die neue Energie- und Wärmestrategie NRW zielt auf Klimaneutralität ab und bezieht alle Sektoren der Energie- und Wärmewende mit ein. Am 2. Juli 2024 wird die Landesregierung Verbände und Stakeholder zu dem Entwurf der Strategie anhören, wobei die Anhörung am 26. Juli 2024 endet. Der BUND hat bereits eine Stellungnahme zu dem Entwurf verfasst und dabei sowohl die Fortschritte als auch bestehende Defizite angesprochen. Kritische Punkte sind die Unklarheit über die Beschleunigung der Maßnahmen, der Bedarf an Akzeptanz für die Mobilitäts-, Energie- und Wärmewende sowie die Notwendigkeit, den Fokus auf den Ausbau erneuerbarer Energien in NRW zu legen.
Die Fertigstellung und Veröffentlichung der Energie- und Wärmestrategie NRW ist für das dritte Quartal 2024 geplant, und die Entwicklungen in Rommerskirchen könnten als positives Beispiel für andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen dienen. Der Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist also geebnet, und die Bürgerinnen und Bürger können aktiv daran teilhaben.