Heute ist der 6.03.2026 und die Diskussion über die Zukunft des Fußballs in Deutschland nimmt immer mehr an Fahrt auf. Bei einer Veranstaltung in Neuss, die von der Bürgergesellschaft Neuss organisiert wurde, nahm Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), an einem Gedankenaustausch teil. Bürgermeister Reiner Breuer eröffnete die Veranstaltung mit dem Ziel, eine lebendige Diskussion zu fördern. Neuendorf, der seit 2022 im Amt ist, betonte seine Verbundenheit zu seinem Jugendverein, dem FC Grenzwacht Hürtgen. Er erklärte, dass die Faszination Fußball für ihn auch in alltäglichen Momenten spürbar sei, etwa beim Spaziergang mit seiner Frau.

Ein zentrales Thema der Diskussion waren die gravierenden Infrastrukturprobleme im Fußball, insbesondere in städtischen Ballungsräumen. Neuendorf wies darauf hin, dass in Städten wie Berlin, Hamburg und Köln mehr als 50% der Kinder, die gerne Fußball spielen würden, dies nicht tun können. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, unterstützt er die Reform des Kinderfußballs auf Kleinfeldern, um mehr Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Zudem wies er den Vorwurf zurück, dass der Wegfall von Tabellen den Leistungsanreiz mindere.

Ehrenamtliche Arbeit im Fußball

Ein weiterer wichtiger Punkt, der zur Sprache kam, war das Ehrenamt im Fußball. Jan-Hendrik Schlüter, Jugendleiter beim VfR Büttgen, äußerte Bedenken hinsichtlich der Belastung von Ehrenamtlichen, insbesondere bei der Leitung von AGs an Schulen. Neuendorf erkannte die Herausforderungen, betonte jedoch die Wichtigkeit, Schulen als Orte für Bildung und Teilhabe zu stärken.

Der DFB unterstützt die ehrenamtlichen Strukturen im Fußball, die eine entscheidende Rolle für den Sport in Deutschland spielen. Über 1,6 Millionen Menschen engagieren sich freiwillig im Fußball, und mehr als 2,2 Millionen Menschen spielen aktiv in Amateurvereinen unter dem DFB. Diese Ehrenamtlichen ermöglichen das Trainings- und Wettkampfangebot für 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche sowie die Organisation von 1,5 Millionen Fußballspielen pro Jahr. Dennoch wird der Mangel an Ehrenamtlichen als größte Herausforderung angesehen, gefolgt von der Bindung und Gewinnung von Schiedsrichtern und Trainern.

Die gesellschaftliche Bedeutung des Amateurfußballs

Die gesellschaftliche und soziale Rendite des Amateurfußballs ist enorm. Sie beträgt jährlich 2,61 Milliarden Euro, was unter anderem durch die Reduzierung von Kriminalität und die Verbesserung des Bildungsniveaus erreicht wird. Der Wert der ehrenamtlichen Arbeit im Fußball könnte bei marktgemäßer Entlohnung auf 2,18 Milliarden Euro jährlich geschätzt werden. Dies zeigt, wie wichtig die Anerkennung und Wertschätzung der ehrenamtlichen Tätigkeiten sind.

Neuendorf zeigte sich beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Neuss beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen in der Region. Diese Anerkennung ist entscheidend, um die Motivation der Ehrenamtlichen hochzuhalten. Mehr als 74 Prozent der Ehrenamtler*innen engagieren sich aus Spaß am Fußball, was zeigt, dass Freude und Gemeinschaftsgefühl zentrale Elemente sind, die die Menschen in den Sport ziehen.

Insgesamt verdeutlicht die Diskussion, dass der Fußball in Deutschland nicht nur ein Sport, sondern auch ein wichtiger sozialer Faktor ist, der das Leben vieler Menschen bereichert. Der DFB fordert daher stärkere Anerkennung und steuerliche Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten im Sport durch den Bund, um die wertvolle Arbeit im Amateurfußball langfristig zu sichern. Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Chancen im Ehrenamt im Amateurfußball, siehe auch die detaillierte Übersicht auf der Website des DFB (DFB).

Für mehr Details zu Bernd Neuendorfs Auftritt und den Diskussionen in Neuss, besuchen Sie die Quelle auf RP Online.