Im Herzen von Siegburg hat sich in den letzten Tagen einiges getan. Der Ratssaal des lokalen Rathauses erstrahlt nach einer umfassenden Renovierung in neuem Glanz. Heute, am 10. November 2025, fand hier die konstituierende Sitzung des neu gewählten Stadtrates statt. Bürgermeister Stefan Rosemann leitete die Sitzung und betonte die Bedeutung dieses Wiedereröffnungsereignisses für die Stadt. Der neue Ratssaal ist nun heller gestaltet, verfügt über einen Parkettboden, moderne Möbel und eine beeindruckende Glaskuppel, die dem Raum eine luftige Note verleiht.
Die Eröffnung des renovierten Ratssaals zog ein reges Publikum an. Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden den Weg in den Sitzungssaal, während andere aus Platzgründen über einen Bildschirm im Foyer teilnehmen mussten. Dies zeigt deutlich, dass die Menschen in Siegburg an den politischen Entwicklungen in ihrer Stadt interessiert sind.
Ein neuer Anfang für den Stadtrat
Bei der Sitzung wurden 21 Mitglieder des Stadtrates verabschiedet, darunter langjährige Politiker wie Jürgen Becker von der CDU, der 47 Jahre im Amt war, und die Grüne Astrid Thiel, die 41 Jahre lang dem Rat angehörte. Als neue „dienstälteste“ Ratsmitglied wurde Anna Diegeler-Mai (CDU) benannt. Rosemann forderte in seiner Eröffnungsrede zu einem respektvollen und konstruktiven Umgang im Gremium auf und erinnerte alle an die Verantwortung, die sie für die Stadt tragen.
Ein weiteres bemerkenswertes Detail: Der Stadtrat hat sich nun auf zwei statt drei stellvertretende Bürgermeister beschränkt, was dem Ziel dient, Kosten zu sparen. Susanne Haase-Mühlbauer (CDU) und Oliver Schmidt (SPD) wurden in ihren Ämtern wiedergewählt.
Koalitionsgespräche und wichtige Beschlüsse
In der neu formierten Ratsversammlung haben acht Parteien im 44 Sitze starken Stadtrat keinen klaren Mehrheitsträger. Die CDU stellt 15 Sitze, gefolgt von der SPD mit 14. FDP und Siegburger Bürger Union (SBU) fanden sich zusammen und bilden nun die neue Fraktion „Liberale Bürger Siegburg“ (LiBS). Sondierungsgespräche zwischen der CDU und der SPD laufen bereits, um eine mögliche Koalitionsregierung zu bilden. Auf der Tagesordnung standen auch formale Entscheidungen, so wurden unter anderem Ausschussvorsitzende benannt.
Ein wegweisender Beschluss wurde auch getroffen: Der Stadtrat genehmigte die Durchführung von zwei verkaufsoffenen Sonntagen, die am 9. November und 14. Dezember stattfinden werden. Zudem wurden Haushaltsmittel für das Stadtfest 2026 beschlossen, und das, obwohl die AfD gegen diese Maßnahmen stimmte.
Die historische Bedeutung von Rathäusern in Städten ist nicht zu unterschätzen. Beispielweise zeigt das Wiener Rathaus – ein neo-gotisches Meisterwerk – stolz seine Geschichte an der Ringstraße. Erbaut zwischen 1872 und 1883 unter der Leitung von Friedrich von Schmidt, dem Meisterbauer des Kölner Doms, ist es ein Symbol des Wiener Stolzes und beherbergt wichtige Büros und Sitzungssäle der Stadtverwaltung. Das Rathaus beeindruckt mit opulent dekorierten Hallen und einem großen Kronleuchter im Ratssaal, was zeigt, wie Orte der politischen Macht auch kulturelle Wertigkeiten aufweisen können.
In Siegburg, wie auch in Wien, sind die Rathäuser mehr als nur Verwaltungsgebäude; sie sind Orte, an denen Entscheidungen getroffen werden, die das Leben der Bürger unmittelbar betreffen.