In einer spannenden Entwicklung für die Archive und Bibliotheken der Region wurde der Notfallverbund Rhein-Sieg und Bonn um ein bedeutendes Mitglied erweitert: das Archiv der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Dies wurde am 25. November 2025 mit einer Vertragsunterzeichnung durch Dr. Claudia Arndt und Dr. Sabine Schößler offiziell besiegelt. Der Notfallverbund, der seit seiner Gründung im Jahr 2019 besteht, setzt sich aus 12 Institutionen zusammen, darunter das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn und sechs Stadtarchive. Gemeinsam arbeiten sie daran, in Notfällen wie Bränden oder Hochwasser die Ressourcen zum Schutz wertvollen Archivgutes bereitzustellen, wie ausbadhonnef.de berichtet.
„Schnelles Handeln ist unerlässlich, um unvorhersehbare Ereignisse zu bewältigen“, erklärt Dr. Claudia Arndt, die Leiterin des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises. Die Aufgaben des Notfallverbundes sind vielfältig: von Alarmbereitschaft, Notfallübungen, Fortbildungen bis hin zur Unterhaltung einer Notfalldatenbank und logistischen Rahmenvereinbarungen. Mit dem Beitritt des Adenauer-Archivs wird die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung innerhalb des Verbunds nochmals gestärkt.
Bedeutung der Mitgliedschaft
Dr. Sabine Schößler von der Adenauer-Stiftung betont die Verantwortung, die mit der Bewahrung bedeutender Zeugnisse aus der frühen Bundesrepublik einhergeht. „Die Mitgliedschaft im Notfallverbund sichert nicht nur unsere Dokumente, sondern fördert auch die Solidarität unter den Archiven“, fügt Dr. Stefan Vesper, Vertreter der Stiftung, hinzu. Melanie Eckert, die Archivleiterin der Stiftung, hebt zudem die besonderen Anforderungen hervor, die das Adenauer-Archiv an die Notfallvorsorge stellt.
Ein Blick auf die Geschichte zeigt, wie wichtig solche Verbünde sind: Der Großbrand in der Herzogin Anna Amalia-Bibliothek 2004 machte die Notwendigkeit von Notfallverbünden offensichtlich. Seitdem hat die Initiative zur gegenseitigen Hilfe zahlreiche Archive und Bibliotheken zusammengebracht und gestärkt. Die Unterstützung durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, um das Bewusstsein für archivarische Sicherheitsfragen zu schärfen.
Neue Technologien und Risiko-Management
Der Notfallverbund hat zudem in die Zukunft investiert: Das neue Risk-Ranking-Tool wird den Mitgliedern helfen, individuelle Risikolisten zu erstellen. Mit nur zehn Ja/Nein-Fragen erhalten Nutzer eine Priorisierung der Themen, die sie mit dem bewährten SiLK-Tool abarbeiten können. Diese technische Unterstützung zur Risikomanagementoptimierung ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um Archive auf unerwartete Ereignisse vorzubereiten, so die Informationen von notfallverbund.de.
Darüber hinaus ermöglicht ein neues Forum auf der Webseite des Notfallverbundes den Mitgliedern, sich auszutauschen und wertvolle Tipps zur Notfallvorsorge zu erhalten. Nach einer einfachen Anmeldung können die Nutzer Fragen stellen und Informationen miteinander teilen. Dies ist besonders wichtig für die Gemeinschaft, die in Krisenzeiten aufeinander angewiesen ist.
Vorbereitung ist alles
Die LVR-AFZ hat in diesem Kontext ein umfassendes Notfallkonzept entwickelt, welches zahlreiche präventive Maßnahmen beinhaltet, wie etwa die Erstellung von Notfallplänen und die Zusammenstellung von Notfallboxen für Wasserschäden. Diese Boxen sind speziell für die Erstversorgung von Archivgut konzipiert und enthalten alles, was für eine schnelle und effiziente Reaktion nötig ist. Darüber hinaus werden regelmäßige Schulungen und Notfallworkshops angeboten, um die Vorteile der Zusammenarbeit innerhalb des Notfallverbundes zu maximieren, gemäß afz.lvr.de.
Archivaren und Bibliothekaren wird dringend empfohlen, im Notfall das LVR-AFZ schnell zu kontaktieren, um die richtige Unterstützung zu sichern. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie wichtig es ist, auf Krisensituationen gut vorbereitet zu sein.