Zecken gehören zu den kleinen, aber gefürchteten Plagegeistern, besonders für Hundebesitzer und Spaziergänger im Rhein-Sieg-Kreis. Wer nach einem Ausflug mit dem vierbeinigen Freund nach Hause kommt und eine Zecke im Fell entdeckt, der könnte sich über die alarmierenden Zahlen zu den Zeckenpopulationen in der Region wundern. Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der Zecken um ganze 40 Prozent erhöht. So stieg die Zahl der Zecken an elf untersuchten Orten von 2.500 im Jahr 2024 auf 3.500 im Jahr 2025. Dies wurde durch Kontrolluntersuchungen in Königswinter untermauert. In der Region wurde bisher nur der gemeine Holzbock entdeckt, der sich in hohem Gras auf seine Wirte versteckt.

Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Sie übertragen Krankheiten wie Borrelliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Infektionskrankheiten können ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Während FSME hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird, ist auch der Verzehr von Rohmilchprodukten eine mögliche Übertragungsquelle. Besonders gefährlich wird es, wenn man sich in ungemähten Wiesen oder Wäldern aufhält, wo die Zecken in hohem Gras und Gebüsch lauern.

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Risiken und Symptome von FSME und Borreliose

FSME ist eine durch das FSME-Virus verursachte Erkrankung, die grippeartige Symptome wie Fieber, Schwindel und Übelkeit hervorrufen kann. Nach einer Inkubationszeit von drei bis 28 Tagen können schwerere neurologische Symptome auftreten, die in etwa einem Drittel der Fälle zu Lähmungen führen können. In Deutschland sind die häufigsten durch Zecken übertragene Infektionen die Borreliose und FSME. Letztere ist vor allem im süddeutschen Raum ein Problem. In den Risikogebieten, die vom Robert Koch-Institut (RKI) jährlich kartiert werden, sind die Fallzahlen teilweise besorgniserregend. 2020 beispielsweise zeigte sich eine hohe Virusaktivität in Deutschland und der Schweiz.

Die beste Prävention gegen FSME ist die Impfung, die besonders für Menschen in Risikogebieten empfohlen wird. Allerdings gibt es keine Impfung gegen Borreliose, weshalb hier vor allem präventive Maßnahmen wie das Tragen geschlossener Kleidung und die Anwendung von Repellentien wichtig sind. Auch das regelmäßige Absuchen des Körpers und der Kleidung nach einem Aufenthalt in der Natur ist ein wirksames Mittel, um Zeckenstiche zu vermeiden.

Praktische Tipps zum Schutz vor Zecken

Wer in die Natur hinausgeht, sollte einige einfache, aber effektive Schutzmaßnahmen beachten. Dazu gehört das Tragen von langer, gut schließender Kleidung sowie das Stecken der Hosenbeine in die Socken. Helle Kleidung erleichtert zudem die Zeckensuche. Für Haustierbesitzer ist es ratsam, auch die Vierbeiner regelmäßig auf Zecken zu untersuchen, da diese ebenfalls zu einem hohen Befall neigen können. Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Igeln, die von bis zu 70 Zecken gleichzeitig befallen sein können.

Die Expertin Siegeritta Gebauer, die sich in Sankt Augustin um Igel kümmert, berichtet von dramatischen Situationen aufgrund von Zeckenbefall. Sie warnt davor, Zecken einfach abzuspülen, da diese überleben können. Vielmehr empfiehlt es sich, die Zecken mit einer geeigneten Pinzette zu entfernen und die Einstichstelle zu desinfizieren. Bei schwer zugänglichen Stellen sollte ein Facharzt hinzugezogen werden, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

Insgesamt zeigt sich, dass die Zeckenpopulation im Rhein-Sieg-Kreis rasant zunimmt, und mit ihr auch die Gefahr, an Krankheiten zu erkranken, die durch Zecken übertragen werden. Daher ist es wichtig, sich über die Risiken im Klaren zu sein und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um gesund zu bleiben. Weitere Informationen zu zeckenübertragenen Krankheiten und Schutzmaßnahmen finden Sie auf den Webseiten des RKI und unter ksta.de.