Ab Januar 2026 dürfen sich Dachdecker im Kreis Siegen-Wittgenstein über einen höheren Mindestlohn freuen. Laut wirSiegen liegt der neue Stundenlohn für Gesellen mit Dachdeckerbrief nun bei 16,60 Euro. Das bedeutet, dass Vollzeitbeschäftigte monatlich rund 100 Euro mehr in der Tasche haben. Auch für ungelernte Kräfte wird es besser: Ihr Mindestlohn steigt auf 14,96 Euro pro Stunde. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Branche attraktiver zu machen und qualifizierte Fachkräfte zu halten.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Westfalen Mitte-Süd fordert zudem eine Lohnerhöhung von 8 Prozent für die Dachdecker im Kreis. Aktuell sind dort etwa 57 Betriebe mit rund 420 Beschäftigten tätig. Nach der geforderten Erhöhung würde ein Dachdecker stolze 22,81 Euro pro Stunde verdienen, was bei Vollzeitarbeit ein monatliches Einkommen von ungefähr 3.850 Euro bedeutet, wie die Siegerland Zeitung berichtet.

Langfristige Perspektiven

Die neuen Branchenmindestlöhne wurden im Rahmen von Verhandlungen zwischen dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der IG BAU festgelegt und gelten bis Ende 2028. So wird der Mindestlohn für gelernte Dachdecker in drei Stufen weiter ansteigen: Im Januar 2027 auf 17,10 Euro pro Stunde und im Januar 2028 auf 17,60 Euro, wie die Deutsche Handwerkszeitung aufzeigt.

ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk hebt die Bedeutung dieser Regelungen hervor: Sie bieten nicht nur eine langfristige Perspektive, sondern auch Anreize für eine qualifizierte Ausbildung. Der IG BAU-Vize Carsten Burckhardt sieht in den spürbaren Lohnsteigerungen einen wichtigen Schutz vor Dumpingwettbewerb in der Branche.

Fazit und Unterstützung

Die IG BAU fordert alle Dachdecker im Kreis Siegen-Wittgenstein auf, ihre Lohnabrechnung für Januar zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die neuen Mindestlöhne auch tatsächlich angewendet werden. Bei Fragen steht den Beschäftigten die Gewerkschaft unter 023 81 – 1 20 25 oder per E-Mail an hamm@igbau.de zur Verfügung.

Mit insgesamt etwa 440 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk im Kreis zeigt sich, dass es hier eine ausgeprägte Arbeitsmarktdynamik gibt, die auch den umliegenden Regionen wie Olpe und Altenkirchen zugutekommen könnte. In diesen Kreisen wurden ähnliche Rahmenbedingungen geschaffen, um die Löhne und Arbeitsbedingungen zu verbessern.