In Bad Laasphe wurde kürzlich ein eindrucksvoller Vortrag gehalten, der die Veränderung der gesellschaftlichen Einstellung zu psychisch kranken Menschen thematisierte. Kirsten Düsberg, die Referentin, hob hervor, dass das Bewusstsein für die Bedeutung von Teilhabe und Selbstbestimmung in der Psychiatrie gewachsen ist. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass ein erheblicher Mangel an Therapeuten sowie die hohen Kosten für Therapien gerade für viele Betroffene eine nach wie vor große Hürde darstellen. Düsberg betonte, dass hinter psychischen Problemen oft tiefere gesellschaftliche Themen verborgen sind und verwies exemplarisch auf die steigende Zahl an Burnouts in unserer modernen Welt. Eine frühzeitige Wahrnehmung und Behandlung von Geflüchteten könnte hier als wichtige Prophylaxe dienen, um die Anzahl von psychischen Erkrankungen zu verringern, so Düsberg. Besonders positiv beurteilte sie das italienische System, das auf gemeindenahen Diensten basiert und die Notwendigkeit großer zentraler Kliniken in Frage stellt. Dies zeigt, dass es wichtig ist, die Bedürfnisse der Betroffenen direkt vor Ort zu adressieren, statt sie in große Einrichtungen zu verlagern (mittelhessen.de.

Doch was bedeutet Partizipation konkret in der psychiatrischen Versorgung? Diese Frage hat hohe Relevanz, da Selbstbestimmung und die aktive Teilnahme am Gemeinschaftsleben unerlässlich sind. Wie die Deutsche Gesellschaft für Sozialpsychiatrie darlegt, ist Partizipation ein Schlüsselprozess in der Behandlung, Eingliederungshilfe und Rehabilitation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen (dgsp-ev.de. Hierbei wird das Grundgesetz zitiert, das das Recht auf Selbstbestimmung, Autonomie und die Entfaltung der Persönlichkeit festschreibt. Auf der Mikro-, Meso- und Makroebene findet Partizipation in verschiedenen Formen statt: Von der Gestaltung der Beziehung zwischen Patient:in und Mitarbeiter:in bis hin zur Bürgerbeteiligung bei wichtigen Entscheidungen.

Gesellschaftliche Integration

Ein Beispiel für gelungene Integration und Teilhabe bietet das Projekt BASTA BASTA, das sich seit über 20 Jahren dem Stigma um psychische Erkrankungen widmet. Jährlich erreichen sie rund 70 Schulklassen in München und Rosenheim. Hierbei treffen die Schüler:innen auf Betroffene und Behandelnde, die gemeinsam über Erfahrungen berichten und die Thematik auf fachlicher Ebene vertiefen (dzpg.org. solch ein Ansatz fördert nicht nur das Verständnis in der Gesellschaft, sondern liefert auch wertvolle Rückmeldungen für eine wissenschaftliche Evaluierung des Programms. Dieses könnte in Zukunft weiterentwickelt werden, um auch anderen Zielgruppen zugutekommen zu können.

Die Entwicklung und Umsetzung solcher Projekte sind notwendig, um den Wandel in der Gesellschaft voranzutreiben. Mit den richtigen Rahmenbedingungen und einer klaren Fokussierung auf Partizipation kann der Weg zu einer besseren psychiatrischen Versorgung geebnet werden. Die fachlichen Empfehlungen und Leitlinien, die die UN und die WHO bereitstellen, unterstützen diesen Fortschritt ebenso wie die zahlreichen Fortbildungsangebote, die angeregt werden. Es bleibt spannend, wie sich die Diskussion über Teilhabe und Selbstbestimmung in Zukunft entfalten wird.