Die wirtschaftliche Lage in Siegen-Wittgenstein und Olpe zeigt erste positive Anzeichen, jedoch bleibt ein echter Durchbruch aus. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen, an der 465 Betriebe mit über 39.000 Beschäftigten teilnahmen, hat sich die Stimmung leicht verbessert. IHK-Präsident Walter Viegener berichtet von einem Anstieg des Indexwerts von 83 im September 2024 auf 96 Punkte, was jedoch weiterhin unter dem langfristigen Mittelwert von 105 liegt. 19 Prozent der Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut, was eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Dennoch betont Viegener, dass die Talsohle noch nicht durchschritten sei und strukturelle Probleme, insbesondere hohe Arbeitskosten, als große Risiken wahrgenommen werden.
Die Umfrage zeigt auch, dass 68 Prozent der Befragten die Arbeitskosten als massiven Bremsklotz ansehen, gefolgt von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und einer schwachen Inlandsnachfrage. Es besteht ein dringender Bedarf an Planungssicherheit und Entlastungen von der Politik. Dr. Thilo Pahl, IHK-Hauptgeschäftsführer, spricht von einem Stimmungsumschwung, jedoch nicht von einem Stimmungshoch. Investitionen werden als entscheidend für den Beschäftigungsaufbau angesehen, doch viele Betriebe zögern aufgrund fehlenden Vertrauens in Reformen.
Branchenüberblick: Industrie, Bau und Gastronomie
Die Industrie zeigt sich als Hoffnungsträger, während 28 Prozent der Unternehmen von einer schwierigen Geschäftslage betroffen sind. Die Exporterwartungen erreichen mit 10 Punkten den höchsten Stand seit vier Jahren. Im Baugewerbe ist die Lage solide, jedoch gibt es einen Rückgang bei Anfragen und Ausschreibungen, was auf Bürokratie und hohe Kosten zurückzuführen ist. Der Einzelhandel hingegen hat ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft erlebt, hegt jedoch die Hoffnung auf eine Wende in der Konsumneigung.
Die Gastronomie in Siegen und Olpe leidet stark unter den aktuellen Bedingungen: 57 Prozent der Betriebe berichten von sinkendem Eigenkapital. Die Gründe hierfür sind vielfältig, darunter hohe Kosten, fehlende Stammgäste, Personalmangel und rückläufige Buchungen. Der Dienstleistungssektor zeigt gemischte Entwicklungen; während das Verkehrsgewerbe und personenbezogene Dienstleister trübe Erwartungen haben, zeigen unternehmensbezogene Dienstleister moderate Verbesserungen.
Herausforderungen und Ausblick
Die Risiken bleiben hoch: 68 Prozent der Unternehmen sehen die Arbeitskosten als Belastung, gefolgt von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und einer schwachen Inlandsnachfrage. Die Zukunftserwartungen in allen Wirtschaftszweigen hellen sich auf, was zu einer leichten Verbesserung der Stimmung führt, jedoch bleibt der Pessimismus stark. Dr. Thilo Pahl hebt hervor, dass geopolitische Herausforderungen bewältigt und neue Partnerschaften, beispielsweise mit Indien, entwickelt werden müssen, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern.
Zusammenfassend zeigt die IHK-Konjunkturumfrage, dass trotz erster Lichtblicke die Unternehmen in der Region weiterhin auf echten Rückenwind warten. Die Entwicklungen in der Wirtschaft sind eng mit den globalen Trends und Herausforderungen verknüpft, wie auch der DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, die eine stagnierende deutsche Wirtschaft beschreibt, in der 23.000 Unternehmen pessimistisch in die Zukunft blicken. Um die Resilienz der Wirtschaft zu stärken, ist ein gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft notwendig.