In einem überraschenden Schritt hat der Lippstädter Catering-Unternehmer Sebastian Auer Insolvenz angemeldet, während die Gastronomie im Stadtpark profitabel weitergeführt wird. Trotz dieser schwierigen Situation bleibt der Betrieb weiterhin geöffnet, was für die Gäste eine gute Nachricht ist. Auer übernahm die Gastronomie im Stadtpark erst im vergangenen Jahr und konnte diese seither erfolgreich entwickeln, was sich auch in der kontinuierlichen Steigerung der Buchungen widerspiegelt. Rechtsanwalt Oliver Ehrhardt, der die Situation rechtlich begleitet, betont, dass der Geschäftsbetrieb vollumfänglich fortgeführt wird und alle bestehenden Buchungen, einschließlich Frühstücksangebote und Veranstaltungen, weiterhin bestehen bleiben.

Das Lippstädter Unternehmen, eine seit über zwei Jahrzehnten bestehende Familienkondition, ist jedoch in wirtschaftliche Schieflage geraten. Gründe hierfür sind unter anderem die Spätfolgen der Corona-Krise, die extreme Kostensteigerungen bei Personal und Wareneinkauf mit sich brachten. Insbesondere die anstehenden Mindestlohnerhöhungen und die Unsicherheiten bezüglich der Umsatzsteuer für 2026 setzen der Branche zusätzlich zu. Deshalb sind laut einer Analyse von Creditreform die Insolvenzen in der Gastronomie zwischen 2022 und 2023 um 27 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind dabei die Bereiche Catering, Restaurants und Bars.

Die Herausforderungen der Branche

Die Gastronomie hat in den letzten Jahren mit erheblichen Krisenauswirkungen zu kämpfen. Eine Analyse zeigt, dass die Umsätze und Erträge in der Gastronomie derzeit preisbereinigt unter dem Niveau von 2019 liegen. Zudem gab es einen Anstieg der Insolvenzen bei jungen Gastronomieunternehmen um 30 Prozent. Dies betrifft vor allem Kleinstunternehmen mit höchstens 10 Mitarbeitern, welche 88 Prozent der Insolvenzen ausmachen. Die Situation wird zusätzlich durch die geplante Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen in der kommenden Zeit verschärft.

Während die Gastronomieszene in den vergangenen Jahren mit insgesamt 48.000 Schließungen seit 2020 stark betroffen war, bleibt der Stadtpark ein positives Beispiel. Auer beschäftigt nach wie vor knapp 130 Mitarbeiter, und ihre Ansprüche sind über das Insolvenzgeld gesichert. Die Vorfinanzierung wird zudem mit der Arbeitsagentur abgestimmt, um die Belegschaft abzusichern.

Für den Stadtpark bedeutet dies, dass trotz der Insolvenz die Gastronomie weiterhin ein Anziehungspunkt für die Kölner Bevölkerung bleibt. Zu hoffen bleibt, dass das Unternehmen mit einem guten Händchen aus dieser schwierigen Lage herauskommt und weiterhin für seine Gäste da sein kann, während die gesamten Herausforderungen der Branche im Auge behalten werden müssen. Dabei bleibt abzuwarten, wie die zukünftigen Entwicklungen die Gastronomie im Stadtpark und die gesamte Branche beeinflussen werden.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen auf die Gastronomie finden Sie in den Berichten von Soester Anzeiger sowie detaillierte Branchenanalysen von Creditreform.