Am 2. Oktober 2025 fand der 6. Fachtag Schulsozialarbeit in der Bildungsregion Kreis Soest in Bad-Sassendorf-Ostinghausen statt. Unter dem Motto „Hinhören, Verstehen und Begleiten – Umgang mit psychischen Erkrankungen in der Schule“ trafen sich über 80 Fachkräfte, die sich intensiv mit den Herausforderungen psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Mirko Hein, dem Leiter der Abteilung Schule, Bildung und Integration des Kreises Soest.
Ziel und Bedarf
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig die psychische Gesundheit für erfolgreiches Lernen und die persönliche Entwicklung ist. Jüngste Studien, darunter die COPSY-Studie, zeigen alarmierende Zahlen: 13 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter depressiven Stimmungen. Diese Thematik hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, vor allem in Anbetracht der Entwicklung seit der Corona-Pandemie. Auch wenn die psychische Gesundheit der jüngsten Generation aktuell besser ist als während der Pandemie, zeigen die Ergebnisse, dass die Belastung auf einem hohen Niveau stabil geblieben ist und sogar über den Werten vor der Pandemie liegt.
Das Thema „psychische Gesundheit“ bleibt also hochaktuell und relevant. Die COPSY-Studie wurde von der Forschungsabteilung Child Public Health am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf unter Leitung von Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer und Dr. Anne Kaman durchgeführt. Sie untersucht die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und globaler Krisen auf die seelische Verfassung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, wobei eine Vielzahl an Faktoren in die Betrachtung einfließen.
Fachtag und Workshops
Ein Höhepunkt des Fachtags war der Vortrag von Ralph Schliewenz, einem Diplom-Psychologen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, der auf die Entwicklungspsychopathologie einging. Doch die Veranstaltung bot nicht nur Vorträge: Es fanden verschiedene Workshops statt, die speziell auf die Bedürfnisse und Herausforderungen ausgerichtet waren:
- „Nicht nur traurig – Depressionen verstehen und einfühlsam begleiten“ mit Astrid Schlüter
- „Klarheit statt Klischees – ADHS fundiert und praxisnah“ mit Inga Wemhöner
- „Alarm im Körper – Schulbezogene Ängste erkennen und begleiten“ mit Dirk Vocke
Ein Infostand bot den Fachkräften zusätzlich Methoden und Materialien für den Schulalltag. Teilnehmer konnten zudem eine Hilfebox mit Info-Pocket-Guides zum Thema „Psychische Gesundheit“ mit nach Hause nehmen. Diese Ansätze sollen dazu beitragen, die frühzeitige Erkennung psychischer Belastungen zu fördern sowie Strategien zur Unterstützung zu entwickeln.
Zunehmende Sorgen
Die Sorgen von Kindern und Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Laut der COPSY-Studie fühlen sich 21 % einsam, ein Anstieg gegenüber 14 % vor der Pandemie. Sorgen über Kriege, Terrorismus und wirtschaftliche Krisen sind auf ein alarmierendes Maß gestiegen. Beispielsweise geben 72 % der Befragten an, sich um Kriege zu sorgen, während 70 % sich mit dem Thema Terrorismus beschäftigt fühlen.
Die Teilnehmer des Fachtags konnten nicht nur ihr Wissen erweitern, sondern auch wertvolle Kontakte knüpfen und sich austauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung durch Britta Thulfaut und Verena Gröne von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit, die betonten, wie wichtig ein starkes Netzwerk im Bereich Schulsozialarbeit ist.
Angesichts der drängenden Herausforderungen, die sich aus der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ergeben, zeigt die Veranstaltung eindrucksvoll den Bedarf an gezielten Maßnahmen und der erforderlichen Unterstützung durch Fachkräfte. In einer Klasse mit 25 Kindern könnten etwa fünf Schüler seelische Unterstützung benötigen, was einen klaren Handlungsbedarf unterstreicht. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen weiterhin stattfinden und nachhaltig zur Verbesserung der Situation beitragen.
Für mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland lesen Sie die Berichte von Presse-Service, Tagesschau und UKE.





