Heute ist der 19.02.2026 und in Soest fand erneut der Schulsanitätstag statt, der jährlich an 25 weiterführenden Schulen im Kreis Soest durchgeführt wird. Dieser besondere Tag hat das Ziel, Schüler in Teamarbeit mit der Ersten Hilfe an realistischen Notfällen vertraut zu machen. Bei der diesjährigen Übung in der Conrad-von-Ense-Schule lag der Fokus auf der Versorgung von verunfallten Fensterputzern. Die Schüler mussten dabei nicht nur die Vitalwerte überprüfen, sondern auch einen Notruf simulieren.
Die Übung wurde von Barbara Richwy, einer erfahrenen Notfallsanitäterin, geleitet. Sie setzte Schminke ein, um die Verletzungen der simulierten Patienten realistisch darzustellen. Schüler und Lehrkräfte aus mehreren Schulen, darunter Soest, Werl, Warstein, Lippstadt und Geseke, nahmen aktiv an diesem spannenden Tag teil. Der Schulsanitätsdienst (SSD) wird dabei von Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz tatkräftig unterstützt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Schulen nicht verpflichtet sind, einen SSD anzubieten, jedoch die Voraussetzungen schaffen können.
Modularer Aufbau der Ausbildung
Die Organisation des SSD unterscheidet sich von Schule zu Schule. Einige Bildungseinrichtungen nutzen Walkie-Talkies, während andere auf Diensthandys oder spezielle Apps zurückgreifen. Das Jugendrotkreuz im Kreis Soest ist in der Regel für die Ausbildung der Schüler verantwortlich. Der Ausbildungsumfang wird individuell zwischen der Schule und den Maltesern abgestimmt. Alle Schülerinnen und Schüler müssen zunächst einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, der auch für den Führerschein anerkannt ist.
Die Basisqualifikation „Ersthelfende im Schulsanitätsdienst“ umfasst unter anderem die Organisation eines Schulsanitätsdienstes und den Umgang mit Patientinnen und Patienten. Für eine vertiefende Ausbildung steht die Aufbauqualifikation „Malteser Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter“ zur Verfügung, die zusätzliche Erste-Hilfe-Themen behandelt. Am Ende der Schulung steht eine Abschlussprüfung, und die Teilnehmer erhalten einen Qualifizierungsnachweis, der für Lebenslauf und Bewerbungen genutzt werden kann. Regelmäßige Fortbildungen werden empfohlen, um das Erlernte zu vertiefen und zu festigen.
Wachsende Bedeutung der Schulsanitätsdienste
Die Bedeutung von Schulsanitätsdiensten wächst stetig, nicht nur in Soest, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands. Ein Blick nach Bayern zeigt, dass dort Hilfsorganisationen in der Arbeitsgemeinschaft Schulsanitätsdienst (Arge SSD) zusammenarbeiten. Diese Initiative zielt darauf ab, bestehende Schulsanitätsdienste zu unterstützen, neue Dienste aufzubauen und einheitliche Standards zu schaffen. Die Arge SSD vereint die Expertise aller fünf Hilfsorganisationen und bietet eine Anlaufstelle für Betreuungslehrkräfte und Schulsanis.
In Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen, wie dem Wandel im Schulwesen und der schwindenden Zivilcourage, ist das Engagement an Schulen wichtiger denn je. Hilfsorganisationen bieten Schülern und Lehrkräften nicht nur Unterstützung in Erster Hilfe, sondern fördern auch das Engagement in der Gemeinschaft. Aktuelle Informationen, Veranstaltungen und Materialien sind unter www.schulsani.bayern verfügbar.
Laura Nuy, eine 14-jährige Schülerin, äußerte, dass sie anderen in Notfällen helfen möchte, da sie selbst einmal verletzt war. Dies zeigt, wie wichtig solche Programme sind, um nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch das Bewusstsein für Hilfe und Solidarität zu schärfen. Der Schulsanitätstag ist somit nicht nur eine Übung, sondern auch eine wertvolle Plattform für Lernen und persönliches Wachstum.