Im Schrebergarten von Detlef Kuhne in Soest finden derzeit intensive Ausgrabungsarbeiten statt. Die Gartenliebhaber in der Region stehen vor einem Rätsel: Sind es Wühlmäuse oder Maulwürfe, die hier ihr Unwesen treiben? Klaus Fischer, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, hat eine klare Antwort: Die Hügel stammen von Wühlmäusen. Diese kleinen Nager sind zurzeit besonders aktiv und sorgen für Verwirrung, da ihre Spuren leicht mit denen der Maulwürfe verwechselt werden können. Während Maulwürfe vor allem im Januar und Februar aktiv sind und große, kegelförmige Hügel aus feiner Erde ohne Pflanzenreste aufwerfen, hinterlassen Wühlmäuse flache, längliche Haufen, die oft mit Wurzeln und Gras durchsetzt sind.
Max Drolshagen, ein Garten- und Landschaftsbauer, erklärt, dass die weniger frequentierte Rasenpflege die Hügel der Wühlmäuse sichtbarer macht. Diese kleinen Tiere fressen Wurzeln und schädigen somit die Pflanzen, während die Maulwürfe, die gesetzlich geschützt sind, Parasiten vertilgen und keine Pflanzen schädigen. Detlef Kuhne nutzt die Hügel sogar als Blumenerde und sieht sie somit nicht nur als eine Plage an.
Unterscheidungsmerkmale zwischen Maulwurf und Wühlmaus
Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Gartenbewohnern ist entscheidend, um die richtigen Bekämpfungsmaßnahmen zu ergreifen. Maulwürfe hinterlassen hohe, kegelförmige Hügel und graben tiefere Tunnel, während Wühlmäuse flache Haufen bilden und oberflächlich graben. Plötzliche Pflanzenschäden in einem Garten deuten meist auf einen Wühlmausbefall hin.
Die Gangsysteme sind ebenfalls unterschiedlich. Maulwurfsgänge sind tief und breit und münden in der Mitte des Hügels, während Wühlmausgänge flach und schmal sind. Diese Unterschiede sind wichtig, um den richtigen Verursacher zu identifizieren. Des Weiteren kann man durch eine Vergrämungsprobe feststellen, ob ein Maulwurf oder eine Wühlmaus am Werk ist: Wenn sich der Gang innerhalb weniger Stunden schließt, handelt es sich um eine Wühlmaus; Maulwürfe legen in diesem Fall neue Gänge an.
Bekämpfungs- und Vorbeugungsmaßnahmen
Die Bekämpfung der Wühlmäuse gestaltet sich schwieriger als die der Maulwürfe. Experten raten, Wühlmäuse nicht zu töten, da es keine dauerhaften Lösungen gibt und zukünftige EU-Gesetze den Verkauf von Giftpräparaten und tödlichen Fallen einschränken könnten. Stattdessen gibt es verschiedene Methoden: Dazu gehören Lebend- und Schlagfallen, der Einsatz von Wühlmaus-Gittern sowie Granulate. Präventive Maßnahmen wie das regelmäßige Mähen, das Entfernen von Unkraut oder das Anpflanzen von natürlichen Abwehrpflanzen wie Narzissen und Kaiserkronen können ebenfalls helfen.
Für Maulwürfe hingegen gibt es sanfte Bekämpfungsmethoden wie akustische Geräte oder Duftstoffe. Auch mechanische Barrieren können errichtet werden, um die unerwünschten Gräber zu vermeiden. Bei hartnäckigen Fällen empfehlen Experten eine professionelle Umsiedlung der Maulwürfe, die in Deutschland unter Artenschutz stehen.
Um langfristige Schäden im Garten zu vermeiden, ist es ratsam, die Lebensräume für natürliche Feinde wie Greifvögel oder Wiesel zu fördern. Eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen kann helfen, die Gartenflora zu schützen und die Schädlinge in Schach zu halten. Mit ein wenig Aufmerksamkeit und der richtigen Strategie kann jeder Gärtner sein grünes Paradies bewahren.
Für weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen Maulwürfen und Wühlmäusen sowie zu Bekämpfungsmaßnahmen besuchen Sie die ausführlichen Artikel auf Soester Anzeiger, Patronus Shop und Floravera.