Die Melodien des Bergischen Heimatliedes werden wieder durch die Hallen schallen: Am heutigen Abend, dem 1. November 2025, feiert der Gesangsverein Wupperhof sein Abschlusskonzert. In den letzten Zügen seiner über 200-jährigen Geschichte, die 1812 von Messerschleifern begonnen wurde, zieht der Verein Bilanz. Mit ihrer historischen Arbeitskleidung werden die Sänger in nostalgischer Atmosphäre auftreten. Diese Chorgemeinschaft war nicht nur lokal, sondern trat auf allen fünf Kontinenten auf, was Tenor Andreas Imgrund begeistert hervorhebt. „Die Jungs wurden fast wie Popstars gefeiert“, beschreibt er den großen Zuspruch, den der Chor genießen konnte.

Trotz der beeindruckenden Vergangenheit hat der Verein mit Herausforderungen zu kämpfen. So gibt es seit zwei Jahrzehnten kaum neue Sänger und die Versuche, den reinen Männerchor in einen gemischten Chor zu verwandeln, sind am internen Streit geplatzt. Besonders in der jüngeren Generation zeigt sich das Desinteresse an klassischen Stücken, während die nicht mehr ganz so jungen Sänger skeptisch gegenüber modernen Schlagern sind. Der Vorsitzende Gerd Schlupp ist sich sicher: „Alle unsere Versuche, einen Generationenwechsel einzuleiten, sind gescheitert.“ Dies hat dazu geführt, dass die Stimmen der über 20 verbliebenen Sänger nun im Alter schwächer werden.

Der Abend des Abschieds

Das Abschiedskonzert, bei dem mehrere hundert Besucher erwartet werden, findet im vereinseigenen Gebäude statt. Damit die Stimmen im Ensemble voller klingen, haben sich die Wupperhofer Sänger Unterstützung von befreundeten Chören aus Köln und Leverkusen geholt. Auf dem Programm stehen Werke von großen Namen wie Verdi, Puccini und Schubert. In einem emotionalen Höhepunkt wird zum letzten Mal das Bergische Heimatlied „Da ist meine Heimat, mein Bergisches Land“ erklingen.

Es wird spannend zu sehen, wie die Ereignisse des Abends im Anschluss im WDR Fernsehen am 3. November 2025 nachberichtet werden, wo die kulturelle Bedeutung des Chores noch einmal hervorgehoben wird. In einer Zeit, in der die Überalterung und der Mitgliederschwund bei Männerchören immer deutlicher werden, ist das Schicksal des Wupperhofer Gesangsvereins kein Einzelfall. Chorgesang in Deutschland beleuchtet die Krise dieser Chöre und die Herausforderungen bei der Rekrutierung neuer Mitglieder – ein Thema, das den Wupperhofer Verein direkt betrifft.

Das Bergische Heimatlied, das an diesem Abend erklingt, ist nicht nur eine Melodie, sondern auch ein Symbol für die Verbundenheit mit der Region. Die Webseite Heimatverein bietet spannende Einblicke in die kulturelle Bedeutung dieses Liedes und dessen Rolle in der Gemeinschaft. Der Gesangsverein Wupperhof hinterlässt mit seinem letzten Konzert ein wertvolles Erbe, das hoffentlich nicht in Vergessenheit gerät.