In Solingen ist es wieder soweit: Die Amphibien, darunter Erdkröten, Grasfrösche, Molche und Feuersalamander, erwachen aus ihrer Winterruhe und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Um diese faszinierenden Tiere zu schützen, werden ab heute, dem 27. Februar 2026, für voraussichtlich fünf Wochen Straßen gesperrt. Diese Maßnahme ist notwendig, da die größte Gefahr für die Amphibien oft die Straßen sind, auf denen jährlich Tausende überfahren werden.

Die Sperrzeiten sind klar geregelt: Der Hohlenpuhler Weg ist von Montag bis Freitag zwischen 19 und 6 Uhr gesperrt, während am Wochenende und an Feiertagen die Sperrung rund um die Uhr gilt. Auch die Tiefendicker Straße ist in der Nacht von 18 bis 6 Uhr nicht befahrbar, wobei das Areal Tiefendicker Straße 40 weiterhin erreichbar bleibt. In der Götsche hingegen ist die Sperrung durchgehend. Anwohner und Helfer unterstützen aktiv beim Auf- und Abbau der Sperren, um eine Vollsperrung zu vermeiden. Radfahrer werden gebeten, in den gesperrten Abschnitten zu schieben, um die Tiere nicht zu gefährden. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Engagements, um die bedrohten Amphibien zu schützen.

Hilfe für die Amphibien

Um die Wanderung der Amphibien zu erleichtern, werden an kürzeren Querungsstrecken Amphibienzäune mit Fangeimern installiert, die die Tiere sicher über die Straßen geleiten. Diese Fangeimer werden täglich geleert, und die gefangenen Amphibien auf der anderen Straßenseite freigelassen. Laut aktuellen Berichten sind bereits erste Sichtungen von Spring- und Grasfröschen sowie Bergmolchen am Oberrhein gemeldet worden. Naturschutzgruppen setzen sich aktiv für den Schutz der Amphibien ein, indem sie Krötenschutzzäune aufstellen und die Tiere sicher über die Straßen tragen. Helfer*innen sind immer willkommen und Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Die Saison dauert in der Regel zwei bis drei Monate, und es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Zusätzlich finden Interessierte Informationen zu Krötenzäunen und Naturschutzgruppen auf den lokalen NABU-Websites und in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie. Der NABU bietet sogar einen Wissens-Kurs an, um den Umgang mit Amphibien zu lernen. Diese Initiative ist besonders wichtig, da Amphibien weltweit gefährdet sind und zwei von fünf Arten aufgrund von Lebensraumverlust und -veränderungen bedroht sind.

Ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz

Die Wanderwege in der Nähe von frequentierten Straßen werden mit Hinweistafeln versehen, um Passanten über die Maßnahmen zum Amphibienschutz zu informieren. Betreuer sollten sich mit funktionierenden Taschenlampen, Erhebungsbögen und Werkzeug für Zaunreparaturen ausstatten. Ein Bauwagen oder ähnliches kann zur Lagerung der Ausrüstung an der Wanderstrecke aufgestellt werden. Bei Sammelaktionen müssen Amphibienarten bestimmt und gezählt werden, wobei die Daten in die Amphibien-Datenbank des BUND Naturschutz eingetragen werden müssen. Diese Daten sind entscheidend, um die Bestandsentwicklung zu überwachen und den Bedarf für Schutzanlagen zu erkennen.

In Solingen wird also nicht nur für die Sicherheit der Amphibien gesorgt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz geleistet. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um den bedrohten Arten eine Chance zu geben und ihre Wanderungen zu sichern. Jeder kann helfen, sei es durch Unterstützung bei den Sperrungen, das Aufstellen von Zaun- und Fangsystemen oder durch die einfache Bereitstellung von Informationen.

Für weitere Informationen über die aktuellen Maßnahmen und Möglichkeiten zur Mithilfe besuchen Sie bitte die Webseiten des Solinger Tageblatts, des NABU und des BUND Naturschutz.