In Solingen tut sich etwas in Sachen Digitalisierung. Die Deutsche Telekom hat mit dem Ausbau des Glasfasernetzes begonnen, das große Teile von Solingen-Mitte versorgen soll. In insgesamt drei Bauabschnitten wird angestrebt, über 15.500 Haushalte und Firmen anzuschließen. Die Arbeiten haben Ende 2022 begonnen und sollen bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Es sind 4500 Gebäude in den nördlichen und östlichen Bereichen der Innenstadt betroffen. Peter Berger, der Beauftragte des Telekom-Konzernbevollmächtigten für die Region West, informierte Oberbürgermeister Daniel Flemm über den Fortschritt der Arbeiten, die bereits erste Erfolge zeigen: Einige Kunden können bereits seit Anfang des Jahres ihren Glasfaseranschluss nutzen.

Die Glasfaserkabel werden hauptsächlich im Erdboden, insbesondere in den Gehwegen, verlegt. Für die Tiefbauarbeiten sind 81 Straßenkilometer vorgesehen, und es müssen 83 neue Verteiler installiert werden. Die Deutsche Telekom arbeitet eng mit der Stadtverwaltung zusammen, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Um einen Anschluss zu erhalten, müssen Immobilieneigentümer einen Glasfasertarif buchen – das kann auch bei anderen Anbietern geschehen. Hauseigentümer, die zustimmen, erhalten ihren Anschluss kostenfrei. Mieter hingegen können direkt einen Tarif buchen, wobei die Telekom die Absprache mit den Eigentümern übernimmt.

Glasfaser: Ein wichtiger Schritt für die Zukunft

Die Bedeutung eines Glasfaseranschlusses wird auch von Oberbürgermeister Flemm betont, der den Nachholbedarf in Solingen hervorhebt. Es zeigt sich, dass zuverlässige Internetverbindungen für Unternehmen und Privatnutzer von großer Wichtigkeit sind. Laut Telekom verdoppelt sich der monatliche Datenverbrauch pro Haushalt alle drei Jahre, und im Schnitt nutzen Haushalte 12 bis 15 internetfähige Geräte. Das zeigt, wie dringend der Ausbau eines stabilen und schnellen Internets benötigt wird.

Die Telekom hat bereits alle erforderlichen Baugenehmigungen von der Stadt Solingen erhalten und die Verfahren digital abgewickelt. Auch für die westlichen Bereiche von Solingen-Mitte sind nach Abschluss der aktuellen Arbeiten Glasfaserpläne vorhanden, voraussichtlich ab 2027 oder 2028. Zudem sind auch für Ohligs Glasfaserprojekte in Planung, mit einem Projektstart in den kommenden Jahren.

Ein Blick über den Tellerrand

Die Entwicklungen in Solingen sind Teil eines größeren Trends in Deutschland. Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) vom 11. Juli 2025 zeigt sich eine deutliche Dynamik im Glasfaserausbau. Der halbjährliche Zuwachs bei der Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen hat sich seit 2021 mehr als verdreifacht. Städtische und halbstädtische Gebiete haben dabei noch viel Nachholbedarf, während in ländlichen Regionen die Zahl der unversorgten Haushalte gering ist, bedingt durch Förderungen und eigenwirtschaftlichen Ausbau.

Aktuell werden 88,3 Prozent der Glasfaserprojekte ohne staatliche Förderung realisiert. Dennoch bleibt die Herausforderung, die Versorgung in städtischen Gebieten weiter voranzutreiben. Die Telekom und andere Anbieter sind hier gefordert, um eine flächendeckende und zukunftssichere Internetversorgung zu gewährleisten. Für mehr Informationen über den Glasfaserausbau in Solingen können interessierte Bürger den Telekom-Shop in Solingen-Mitte besuchen oder die Website www.telekom.de/glasfaser nutzen.

Für die Bürger in Solingen bedeutet dieser Ausbau nicht nur einen Schritt in die digitale Zukunft, sondern auch eine erhebliche Wertsteigerung ihrer Immobilien. Mit den neuen Glasfaseranschlüssen wird die Stadt nicht nur für bestehende Unternehmen attraktiver, sondern auch für potenzielle Investoren und Neuansiedlungen.