In der Debatte um eine gerechte Besteuerung der Reichen wird zunehmend klar, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Deutschland immer deutlicher zutage treten. Ein bevorstehender Vortrag in Köln, der am 24. Februar 2026 um 19:30 Uhr in ‚die Börse‘ stattfindet, widmet sich genau diesem Thema. Referent Ulrich von der Stein wird unter dem Titel „Mechanismen des Wirtschaftslobbyismus anhand ausgewählter Beispiele“ auf die soziale Ungleichheit eingehen und aufzeigen, wie die obersten Dezile der Einkommen und Vermögen seit der Aussetzung der Vermögenssteuer im Jahr 1997 nicht für das Wohl der Allgemeinheit beigetragen haben, wie njuuz berichtet.

In den letzten Jahren haben Haushaltslöcher in Milliardenhöhe auf sich aufmerksam gemacht, und während die Unter- und Mittelschicht zur Kasse gebeten wird, profitiert die Oberschicht von Steuergeschenken, insbesondere im Rahmen der Erbschaftssteuer. Geleitet wird die Diskussion von Dieter Boden, der auch die Verbindung zwischen wirtschaftlichen und politischen Eliten thematisiert. Diese sind sich einig, dass eine höhere Besteuerung der Hochvermögenden der Wirtschaft schaden würde – eine Haltung, die viele Bürger:innen als ungerecht empfinden.

Die Geschichte der Vermögenssteuer

Die Diskussion über die Vermögenssteuer zieht sich bereits über Jahrzehnte. Im Jahr 1996 wurde diese unter der Regierung von Helmut Kohl (CDU) abgeschafft. Bis zur letzten Erhebung im gleichen Jahr wurde der Steuersatz für natürliche Personen bei 0,5 Prozent und für juristische Personen bei 0,7 Prozent festgelegt. Der damals geltende Freibetrag lag bei 120.000 D-Mark pro Person. Inzwischen ist die Vermögenssteuer in Deutschland nur noch formell existent, doch die Debatte darüber ist neu entfacht, besonders seit 2017, wie Deutschlandfunk erwähnt.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Vermögensungleichheit in Deutschland relativ stark ist. Kritiker von jenseits der politischen Mitte, darunter die CDU/CSU und FDP, argumentieren gegen eine Wiedereinführung, unter anderem mit Verweis auf die vermeintliche Doppelbesteuerung und hohe Verwaltungskosten. Dennoch gibt es auch Stimmen aus den Reihen der SPD, Grünen, Linken und sozialer Verbände, die eine Wiederbelebung der Vermögenssteuer fordern. Ihr Vorschlag sieht einen hohen Freibetrag von mindestens einer Million Euro vor.

Weltweite Trends und regionale Vergleiche

Die Diskussion über die Ungleichheit bleibt nicht auf Deutschland beschränkt. Oxfam beobachtet eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich weltweit. Die Globalisierung hat dabei zur steuerlichen Entlastung der Reichen beigetragen, was die Sorgen um die soziale Gerechtigkeit schürt. Ein Vergleich der Steuersysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, dass das Schweizer Modell potenziell Mehreinnahmen von bis zu 73 Milliarden Euro bringen könnte – ein Aspekt, der in den aktuellen Debatten möglicherweise mehr Berücksichtigung finden sollte.

Als die Sorgen um die finanzielle Zukunft Deutschlands und die Gerechtigkeit im Steuersystem auf den Tisch kommen, stellt sich die Frage: Welche Schritte sind notwendig, um eine fairere Besteuerung zu ermöglichen? Universelles Einvernehmen setzt mehr denn je voraus, dass die Schwellen zwischen den verschiedenen Einkommensgruppen geebnet werden, damit alle Bürger:innen von einer prosperierenden Gesellschaft profitieren können.